Hommage an Vittore Carpaccio
Ein restauriertes Meisterwerk und die Malerei Venedigs um 1500

20.11.2025 bis 06.04.2026
Gemäldegalerie

Die „Grabbereitung Christi“ ist eines von zwei großformatigen Meisterwerken von Vittore Carpaccio (um 1465–1525/26), mit denen der venezianische Künstler in der Gemäldegalerie hervorragend repräsentiert ist. In den letzten Jahren wurde die „Grabbereitung“ sorgfältig restauriert, wodurch die Farben des Gemäldes wieder in ihrer ganzen Pracht erstrahlen. 500 Jahre nach Carpaccios Tod steht das Werk im Mittelpunkt einer Sonderpräsentation, die auch andere venezianische Gemälde aus eigenem Bestand, grafische Werke aus dem Kupferstichkabinett sowie die Reproduktion einer Tafel aus Aby Warburgs „Bilderatlas Mnemosyne“umfasst.

Die Ausstellung stellt die „Grabbereitung“ in ihren inhaltlichen und künstlerischen Kontext, indem sie den Vergleich mit Werken von Giovanni Bellini, Cima da Conegliano, Palma il Vecchio, Francesco Bissolo und Carpaccio selbst ermöglicht. Darüber hinaus werden zwei wertvolle Leihgaben aus dem Kupferstichkabinett gezeigt: eine Vorzeichnung von Carpaccio, die den toten Christus wiedergibt, und ein Stich von Andrea Mantegna, der dem venezianischen Maler als Inspiration diente.

Carpaccios „Grabbereitung Christi“

Die „Grabbereitung Christi“ ist ein ebenso bemerkenswertes wie geheimnisvolles Werk. Anstelle der üblicheren Beweinung wählte der Maler den Moment zwischen dem Tod Christi am Kreuz und seiner Auferstehung. Im Bildzentrum ist der Leichnam Christi aufgebahrt, dahinter wird das Grab geöffnet und Joseph von Arimathia bereitet die Waschung des Leichnams vor. An einen Baum gelehnt sitzt ein meditierender Greis, vermutlich Hiob als alttestamentlicher Vorläufer Christi. Viele in eine Ideallandschaft gesetzte erzählerische Details betonen den Gegensatz zwischen Leben und Tod: Schädel und Teile von Skeletten im Vordergrund, musizierende Hirten in der Bildmitte.

Für den Hamburger Kunsthistoriker Aby Warburg war die „Grabbereitung Christi“ so bedeutend, dass er sie 1929 neben Werken von Donatello und Raffael in seinen „Bilderatlas Mnemosyne“aufnahm. Die Originaltafel aus dem Bilderatlas wurde für diese Sonderpräsentation reproduziert.

Intensiv untersucht und umfassend restauriert

Der schlechte Zustand des Gemäldes führte zu einer umfassenden Restaurierung, die von der ehemaligen Chefrestauratorin der Gemäldegalerie, Babette Hartwieg, durchgeführt wurde. Firnisschichten und frühere Retuschen hatten sich verfärbt und mussten entfernt werden. Die zusammen mit dem Rathgen-Forschungslabor durchgeführten Untersuchungen hatten gravierende Veränderungen bestimmter Farbpartien ergeben, die bei der Wahl der Restaurierungsverfahren zu berücksichtigen waren. Den Besucher*innen werden Informationen zu den Untersuchungsergebnissen wie auch zu den durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen an die Hand gegeben. Die Broschüre „Hommage en détail“ von Babette Hartwieg zu Darstellung, Technik und Zustand der „Grabbereitung“ steht als Download (PDF, 10 MB) bereit.

Kuratorisches Team

Die Ausstellung wird von Babette Hartwieg und Neville Rowley kuratiert.


Die Restaurierung wurde mithilfe der Unterstützung von Culturespaces, Paris, ermöglicht.

Eine Sonderpräsentation in Raum 37 der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin

© Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt / Public Domain Mark 1.0
Vittore Carpaccio | Führung zur Sonderausstellung „Hommage an Vittore Carpaccio“

Gemäldegalerie
Führung (60 min)

Veranstaltung im Rahmen des Akademieprogramms der Staatlichen Museen zu Berlin
© Staatliche Museen zu Berlin / Valerie Schmidt
Vittore Carpaccio, Die Grabbereitung Christi, Detail, um 1515-1520, Kat. Nr. 23A
Fotonachweis: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt / Public Domain Mark 1.0
Montaggeschlossen
Dienstag10 bis 18 Uhr
Mittwoch10 bis 18 Uhr
Donnerstag10 bis 18 Uhr
Freitag10 bis 18 Uhr
Samstag10 bis 18 Uhr
Sonntag10 bis 18 Uhr

Gemäldegalerie Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert
14,00 EUR ermäßigt 7,00
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Jahreskarte
118,00 EUR ermäßigt 50,00
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Eingang für Besuchende

Johanna und Eduard Arnhold Platz (ehem. Matthäikirchplatz)
10785 Berlin

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S-Bahn: Potsdamer Platz
Bus: Potsdamer Brücke, Potsdamer Platz Bhf / Voßstraße, Kulturforum, Philharmonie

vollständig rollstuhlgeeignet

Tel 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
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Weiterführende Links

Broschüre zur Ausstellung „Vittore Carpaccio: Hommage en détail“ (PDF, 10 MB)

Restaurierungsprojekt zu Carpaccios „Grabbereitung Christi“