Gestickte Gärten
Osmanische Textilien aus der Sammlung Borgs

16.12.2022 bis 16.04.2023
Pergamonmuseum

Die Sonderpräsentation im Buchkunstkabinett des Pergamonmuseums gewährt Einblicke in einen Teilbereich der reichen Textiltradition des Osmanischen Reichs: Neben Teppichen und Geweben spielten die weniger bekannten Stickereien vor allem in häuslichen Kontexten der Städte eine große Rolle. Sie waren Teil der Aussteuer einer jeden jungen Frau und wurden gleich einem Schatz verwahrt.

Die Ausstellung zeigt mit reichen Stickereien veredelte Handtücher, Servietten und Gürteltücher aus der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert aus der Sammlung Borgs. Die kostbaren Arbeiten entstanden in der Regel in häuslicher Arbeit, einige besonders aufwendige Stickereien sind Werkstattarbeiten professioneller Stickerinnen.

Stickereien mit hohem Prestigewert

Gestickt wurde an einem rechteckigen Stickrahmen auf vier Beinen, vor den sich die Stickerin auf den Boden setzen konnte. Besonders fein gewebte Stoffe aus Seide, Leinen und Baumwolle kamen hier zum Einsatz. Die mit Naturfarben gefärbten Stickfäden waren meist aus Seide, hinzu kam die Verwendung von Silber- oder Goldlahn. In der Regel wurde eine Bordüre an den Kurzseiten der Tücher bestickt. Die Stickereien sind dabei so hochwertig gearbeitet, dass sie von beiden Seiten identisch aussehen und es keine Vorder- oder Rückseite gibt. Es ist anzunehmen, dass diese feinen Handtücher und Servietten niemals benutzt worden sind. Sicher scheint hingegen, dass sie vor allem als Aussteuerschatz einer Braut von Bedeutung waren und als solcher zur Schau gestellt wurden.

Tradition und Variation

Motive, Muster und Techniken dieser Stickereien wurden über Jahrhunderte weitergegeben, wobei sich neben traditioneller Ornamentik auch Trends und Moden feststellen lassen. So finden etwa ab dem 18. Jahrhundert vermehrt europäische und chinesische Vorlagen und Sticktechniken Anwendung. Bei der Betrachtung der Motive fällt die große Vorliebe für Blumen und Pflanzendarstellungen auf. Ein ausgeprägtes Interesse hierfür ist in der osmanischen Kunst bereits ab dem 16. Jahrhundert verbreitet und findet sich auf nahezu allen Materialien und in unterschiedlichen Techniken, seien es Fliesen aus Iznik, Samtstoffe aus Bursa oder die Miniaturmalerei der osmanischen Buchkunst. In den Stickereien sind die Muster derweil freier interpretiert und entfernen sich mitunter weit vom klassischen osmanischen Hofstil. Gleichzeitig lassen sich regionale Techniken und Motive bestimmen.

Eine Sonderpräsentation des Museums für Islamische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin

James-Simon-Galerie, Bodestraße
10178 Berlin

eingeschränkt rollstuhlgeeignet
Bitte beachten Sie: Seit dem 13. Juli 2019 ist die James-Simon-Galerie der alleinige Zugang zum Pergamonmuseum.
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