Gerold Miller. get ready
WerkRaum. 11

21.09.2002 bis 10.11.2002

Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin

Ermöglicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie. Mit freundlicher Unterstützung der Landesvertretung Baden-Württemberg und der DaimlerChrysler AG.

In seinen Arbeiten widmet sich Gerold Miller Fragen der Bildlichkeit im Grenzbereich von Skulptur, Wandfläche und Raum. Seine Werkserie lackierter und hochglanzpolierter Aluminiumrahmen - "ready-mix" - führt Raum und Wand zusammen. Die Skulpturen aus vierkantigen Stahl- oder Aluminiumleisten grenzen eine Wandfläche ein und diese gleichzeitig von dem sie umgebenden Raum aus. Gerold Miller treibt damit die Idee des Ready-Made mit den Erfahrungen der Minimal Art konsequent weiter. Er arbeitet mit klar definierten formalen Mitteln und Materialien. Sie sind auf eine irritierende sinnliche Präsenz angelegt, ohne benennbare Inhalte zu repräsentieren. Aber der scheinbar bedeutungslose Metallrahmen bildet in den unterschiedlichen Raumkonzepten stets die entscheidende Stelle, an der die Kunst als soziales Feld thematisiert wird. Bild als Konzept heißt ein Gegenbild schaffen, eine Radikalisierung, die das Oberflächenbild in ein Denkbild hineinzieht.

Die im WerkRaum. 11 präsentierte Ausstellung "get ready" ist als Herausforderung zu verstehen. Die skulpturalen Wandarbeiten, ein wandbezogener Farbverlauf auf Postern und eine eigens für den WerkRaum im Hamburger Bahnhof konzipierte Rauminstallation fordern die Auseinandersetzung mit einem Bildbegriff, der sich nicht ausschließlich über das Sehen einstellt, sondern sich in seiner Verweigerung bildlicher Repräsentation in den Raum ausdehnt.