Georg Flegel (1566-1638) - Die Aquarelle

25.07.2003 bis 09.11.2003

Kupferstichkabinett

Georg Flegel gehört zu den bedeutendsten europäischen Stilllebenmalern des frühen 17. Jahrhunderts. 1566 im mährischen Olmütz geboren, lebte er seit 1592/93 in Frankfurt am Main. Frankfurt war zu dieser Zeit ein Zentrum der Gartenkultur, des Pflanzen-, Blumensamen- und Blumenzwiebelhandels, der botanischen Wissenschaft und auch Publikationsort pflanzenkundlicher Werke. Die Stadt bot also ein günstiges Klima für einen Maler wie Georg Flegel, der sich als erster deutscher Künstler auf die Darstellung von lebendigen Gegenständen der Natur spezialisierte. Sein gesamtes künstlerisches Oeuvre auf Papier wird im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrt.

Flegels Blumenaquarelle stehen in der um 1500 von Albrecht Dürer gegründeten Tradition der wissenschaftlichen Naturerfassung durch Farbstudien. Sie zeigen Pflanzen-, Früchte- und Insektenmotive, zum Teil in stilllebenhaften Kompositionen. Andere Darstellungen wirken wie präzise katalogartige Aufnahmen zum Zweck der Dokumentation. Hierzu gehören zahlreiche Tulpenbilder auf denen weitere Pflanzen wie Anemonen, Aurelien, Lilien, Narzissen, Nelken oder Schachbrettblumen dargestellt sind.

Von den ursprünglich 110 in Deck- und Aquarellfarben ausgeführten Blumenstudien Georg Flegels sind heute noch 80 erhalten. Die übrigen müssen als Kriegsverluste gelten. Die erhaltenen Blätter werden erstmals komplett ausgestellt und in einem vollständig bebilderten Werkkatalog der weiteren Forschung zugänglich gemacht.