Ein Besuch des tunesischen Museums von Raqqada/Kairouan in Berlin

24.06.2003 bis 17.08.2003

Pergamonmuseum

Das Museum für Islamische Kunst zeigt mit den Schätzen aus der erhaltenen ältesten Moschee der arabischen Eroberer in Kairouan selten in Deutschland gezeigte Kunst aus Nordafrika. Zu sehen sind Holzornamente, Bronzelampen und vor allem eine Sammlung von 15 der frühesten Koranblätter aus Pergament mit den eleganten Schwüngen der feinsten arabischen Kalligraphie und Buchornamentik. Der für die Offenbarungsschrift im Skriptorium von Kairouan entwickelte feierliche Schriftduktus ist in einer einmaligen Reihe von kaum bekannten Handschriften des 8. bis 16. Jahrhunderts belegt. Die reiche Ornamentierung in Gold, sogar vollständig in Gold verfasste Korane erscheinen unerhört kostbar und üppig. Aus den Grabungen der Palaststädte Raqqada und Sabra sind Gläser, Keramiken und kleine Bronzetiere überraschende Zeugnisse der frühislamischen Kultur zu sehen, die die christliche Spätantike hier überlagerte.