Der Boxer aus Rom
Ein Meisterwerk griechischer Bronzeplastik

31.01.2008 bis 16.03.2008

Altes Museum

Eine der berühmtesten antiken Bronzestatuen, die lebensgroße Darstellung eines sitzenden Faustkämpfers, ist für nur sechs Wochen zu Gast in der Antikensammlung im Alten Museum in Berlin. Das Museo Nazionale Romano im Palazzo Massimo (Rom) hat großzügigerweise der Ausleihe eines seiner Hauptwerke und größten Publikumsmagneten zugestimmt, einer originalen späthellenistischen Statue aus dem 1. Jh. v. Chr.

Gefunden wurde sie 1885 auf dem Quirinalshügel in Rom, möglicherweise gehörte sie zur Ausstattung der dort gelegenen Thermen des Kaisers Konstantin. Eine umfangreiche Restaurierung in der 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts brachte faszinierende Details der antiken Oberfläche zutage, so das von Platzwunden und Blutstropfen übersäte Gesicht des Boxers.

Der Faustkampf gehört neben dem Ringkampf zu den ältesten olympischen Disziplinen. Die bis ins Jahr 776 v. Chr. zurückreichenden Siegerlisten der Wettkämpfe zu Ehren des Zeus im Heiligtum von Olympia führen bereits diese Sportart auf. Darstellungen von Boxern mit ihren charakteristischen Schutzbändern und Schlagriemen an den Händen tauchen in der griechischen Kunst im 6. Jh. v. Chr auf, namentlich auf figürlich bemalten Tongefäßen. Ziel des Kampfes war, den Gegner im Gesicht zu treffen und kampfunfähig zu schlagen. Dies erklärt, warum Boxer in der griechischen Kunst häufig mit weit ausgestreckten Armen dargestellt werden. Die Brutalität des Kampfes kommt bereits in den ältesten Darstellungen von Faustkämpfern mit blutenden Nasen zum Ausdruck. In der Zeit des Hellenismus, aus der der Boxer aus Rom stammt, sowie in der römischen Kaiserzeit wurden die Wunden und die von Schlägen geschwollenen Nasen und Ohren gerne in aller Deutlichkeit dargestellt, bei Figuren aus Bronze etwa unter Verwendung andersfarbiger Metalleinlagen. - Sieger im Boxkampf konnten zu großem Ruhm und Reichtum gelangen, und einige Namen prominenter Faustkämpfer werden uns von antiken Autoren überliefert.

Rund zwanzig Objekte aus eigenen Beständen der Antikensammlung runden die Schau ab: Vasen, Bronzestatuetten und Marmorköpfe geben einen faszinierenden Einblick in 1000 Jahre antiker Schwerathletik.