Der Berliner Skulpturenfund. Entartete Kunst im Bombenschutt

01.10.2014 bis 12.10.2014
Neues Museum

Eine Ausstellung des Museums für- Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin

Der Begriff "Berliner Skulpturenfund" hat sich schnell etabliert. Als im Jahr 2010 bei einer archäologischen Grabung im Vorfeld von U-Bahn-Arbeiten vor dem Roten Rathaus Skulpturen der klassischen Moderne ans Licht kamen, war dies eine große Überraschung. Nachdem sich herausstellte, dass es sich bei diesen Stücken um von den Nationalsozialisten als "Entartete Kunst" aus deutschen Museen entfernte und seitdem vermisste Kunstwerke handelt, wurde aus der Entdeckung eine international beachtete "Sensation". Selten lässt sich Archäologie so aufregend und gegenwartsnah erleben.

Die Geschichte der "Entarteten Kunst" ist bislang vor allem an Beispielen der avantgardistischen Malerei dargestellt worden. Mit dem "Berliner Skulpturenfund" rückt nun die dreidimensionale Gattung in den Fokus. In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle "Entartete Kunst" der Freien Universität Berlin und dem Georg-Kolbe-Museum Berlin konnten alle Funde identifiziert werden. Die sechzehn Skulpturen sind zwischen 1918 und dem Beginn der 1930er Jahre geschaffen worden und in die bedeutendsten deutschen Kunstsammlungen gelangt. Dort waren sie nur wenige Jahre ausgestellt. Ihr heutiger Zustand ist in unterschiedlicher Intensität von den Schäden geprägt, die beim Brand nach der Bombardierung 1944 entstanden. Die Werke stammen von Otto Baum, Karl Ehlers, Otto Freundlich, Richard Haizmann, Karl Knappe, Will Lammert, Karel Niestrath, Marg Moll, Emy Roeder, Edwin Scharff, Naum Slutzky, Milly Steger, Gustav Heinrich Wolff und Fritz Wrampe.

Der Berliner Skulpturenfund wurde erstmals am 9. November 2010 im Neuen Museum in Berlin präsentiert. Die aus dem Kriegsschutt geborgenen Skulpturen faszinierten in den darauffolgenden Monaten die Besucher des Neuen Museums. Das große Interesse führte zu der Idee, die Ausstellung auch in anderen deutschen Museen zu zeigen. In den letzten zwei Jahren wurde die Ausstellung bereits an sieben Orten präsentiert, darunter im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe und in der Münchener Neuen Pinakothek.

Die Entdeckung des letzten, bis zur Ausgrabung nicht bekannten Aufbewahrungsort der 1942 noch im Besitz des Reichspropagandaministeriumbefindlichen Kunstwerke hat auch der Archäologie des 20. Jahrhunderts neue Aufmerksamkeit verschafft. Daher ist die Ausstellung anlässlich des Deutschen Archäologiekongresses, der vom 6. -10. Oktober in Berlin stattfindet, noch einmal im Neuen Museum zu sehen. Sie bildet auch einen der Höhepunkte der Veranstaltung "Museumsinsel-Forschungsinsel", die am 9. Oktober von 18 - 22 Uhr in den archäologischen Museen der Museumsinsel (Altes Museum, Neues Museum, Pergamonmuseum) durchgeführt wird.

Bis 2016 wird der Berliner Skulpturenfund nach einem kurzen Gastspiel im Europäischen Gerichtshof in Luxemburg in weiteren deutschen Museen zu sehen sein. Der nächste Ausstellungsort ist ab dem 6. Dezember 2014 das Römisch-Germanische Museum in Köln. 

Katalog:
Matthias Wemhoff (Hrsg.), Der Berliner Skulpturenfund. "Entartete Kunst" im Bombenschutt. Entdeckung, Deutung, Perspektive. Schnell + Steiner Regensburg 2012, 256 Seiten, 210 Abbildungen, ISBN 978-3-7954-2628-6

Weitere Ausstellungsstationen:

- Luxemburg, Europäischer Gerichtshof, 16.10.2014 - 26.11.2014

- Köln, Römisch-Germanisches-Museum - 05.12.2014 (Eröffnung) - 03.05.2015

- Mannheim, Mannheimer Kunstverein - 17.05.2015 (Eröffnung) - 23.08.2015

- Detmold, Lippisches Landesmuseum - 04.09.2015 - 29.11.2015

- Görlitz, Kulturhistorisches Museum - 04.12.2015 - 31.05.2016

- Neu-Ulm, Edwin-Scharff-Museum, 10.06.2016 - 28.08.2016

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