Das goldene Zeitalter des japanischen Farbholzschnittes
Utamaro, Sharaku und ihr Umfeld

23.05.2006 bis 27.08.2006

Museum für Asiatische Kunst

Ende des 18. Jahrhunderts verhalfen herausragende Graphiker wie Katsukawa Shunshô, Toriyama Sekien, Torii Kiyonaga, Tôshûsai Sharaku oder Kitagawa Utamaro den Farbholzschnitten der Tokugawa-Zeit zu einem absoluten Höhepunkt. Insbesondere die hier ausgestellten Drucke von Tôshûsai Sharaku und Kitagawa Utamaro, zeichnen sich durch ihren künstlerischen Individualismus aus und überragen die Masse der vielfältigen Holzschnitte. Durch die gelungene psychologische Erfassung des individuellen Ausdruckes in der Darstellung von Schauspielern (yakusha) und schönen Frauen (bijin) stellen Sharaku und Utamaro ihr Können unter Beweis. Sharaku verstand es, das Wesen eines Schauspielers und seines Rollencharakters in einem Bild zu vereinen und eine dramatische Spannung in Gestik und Körperhaltung seiner Figuren zu offenbaren. Außergewöhnlich sind vor allem seine ôkubi-e, "Bilder großer Köpfe", die er vor einem leeren, dunklen Glimmergrund gestaltete, welcher die Expressivität der wenigen, sicher gesetzten Linien noch steigerte. Im Gegensatz zu Sharaku, spezialisierte Utamaro sich u. a. auf die Darstellung schöner Frauen, wobei er nicht nur berühmte Kurtisanen porträtierte, sondern sich mit jeder Facette des Lebens von Frauen beschäftigte. Gemein ist allen Bildern, die Detailverliebtheit mit der er seine Modelle behandelte. Vor allem den Stoffmustern wandte er höchste Aufmerksamkeit zu. Aber auch die Gestaltung des Hintergrundes und von Accessoires lässt eine genaue Beobachtungsgabe erkennen.