01.05.2026
bis
10.01.2027
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Lina Lapelytės Performance „We Make Years Out of Hours” wandelt die historische Halle des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart für die zweite CHANEL Commission in einen Ort des gemeinsamen Handelns und Singens.Die Ausstellung übertritt Grenzen zwischen Skulptur und Performance, Individuum und Kollektiv: 400.000 Holzwürfel breiten sich auf dem Boden aus, türmen sich zu Stapeln, verbinden sich zu architektonischen und dann zu hügelartigen Strukturen. Die Klötze wandern durch die Hände von Performer*innen und Besucher*innen und so wandelt sich die hölzerne Landschaft stetig. „We Make Years Out of Hours” ist ein lebendiges Monument für Zeit, Fürsorge und Koexistenz. Das partizipative Format betont mit der aktiven Einbeziehung des Publikums das Verständnis des offenen Museums zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhof.
Lina Lapelytė verwandelt die Historische Halle im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in eine sich stetig verändernde Landschaft aus 400.000 Holzwürfeln. Performer*innen und Besuchende errichten zeitweilige Strukturen begleitet von Klang. Stimmen füllen den Raum mit Liedern. Die gesungenen Texte basieren auf Gedichten von 15 internationalen Autor*innen aus dem frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Darunter der Dichter Khalil Gibran (1883 – 1931), die Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan (1925 – 2021), die Dichterin und Filmregisseurin Forugh Farrochzad (1935 – 1967), die Dichterin Layla Sarahat Rushani (1952/4 – 2004), der Dichter Mahmud Darwisch (1941 – 2008), der Lyriker Ocean Vuong (geb. 1988), der Dichter Ilya Kaminski (geboren 1977) oder die Poetin und Autorin Arundhathi Subramaniam (geboren 1973). Kurze Zeilen über Gemeinschaft, Entstehung, Liebe, Verlust und Hoffnung bilden das Libretto des Werks.
Wie der Ausstellungsraum selbst wird auch das Werk zu einem Ort ständiger Veränderung. Die 10 x 10 x 10 cm großen Klötze aus Fichten- und Kiefernholz wandern durch die Hände von Performer*innen und Besucher*innen. Strukturen entstehen und verschwinden wieder. Für jede neue Form muss eine andere weichen. Das Werk stellt Fragen nach dem, was bleibt und was vergeht. Es fragt auch, wer entscheidet, was gebaut wird, was weichen muss und wessen Leben die Last dieser Veränderungen trägt. Der Titel „We Make Years Out of Hours” (deutsch: wir machen Jahre aus Stunden) beschreibt die Bedeutung des Teils für das Ganze, aus Stunden werden Jahre, aus Einzelnen wird eine Gemeinschaft.
Die in der Installation und der Performance verwendeten 400.000 Holzwürfel werden 2027 im Rahmen von Lina Lapelytės Projekt für die Neuen Auftraggeber Teil eines öffentlichen Kunstwerks in Eisenhüttenstadt.
Lina Lapelytė (geboren 1984, Kaunas, Litauen) ist Künstlerin und Komponistin, deren Praxis in der Performance verwurzelt ist. Sie arbeitet zwischen Vilnius und London und entwickelt zusammen mit professionellen und nicht-professionellen Performer*innen kollektive Gesangsaktionen, die Systeme des Zum-Schweigen-Bringens hinterfragen und zur Verletzlichkeit einladen. Ihre Werke waren unter anderem beim Festival d’Automne/Bourse de Commerce (Paris), BAM, MOCA und auf der Biennale von Venedig. Bekannt ist sie für die Oper Sun & Sea (mit Vaiva Grainytė und Rugilė Barzdžiukaitė), die 2019 den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia erhielt.
Begleitend zur Ausstellung erscheint die 19. Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano mit 116 Seiten, erhältlich im Buchladen des Hamburger Bahnhof und im Onlineshop der Buchhandlung Walther König für 12 Euro. ISBN: 9788836664092
Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.
Die Performances finden während der Laufzeit der Ausstellung dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr statt.
Konzept, Musik & Regie: Lina Lapelytė
Soundtrack-Komposition: Lina Lapelytė with Daniel Bürkner
Feldaufnahmen: Peter Cusack
Sounddesign & Klangregie: Thorsten Hoppe
Choreografin: Alice Chauchat
Dramaturgie & künstlerische Zusammenarbeit: Cian McConn, Florine Lindner
Sänger*innen: Nérika Amaral, Daniel Belasco Rogers, Josephine Brinkmann, Mustafa Çiçek, Afran, Ruby Haffar, Talin Hajintsi, Cat Jones, Camilla Therese Karlsen, Toto Knoblauch, Paula Kramer, Ligia Liberatori, Niusha Nasim, Lisa Newill-Smith, Ruben Nsue, Cian McConn, Tom Oldham, Mata Sakka, Sandra Sarala, Doris Schließer, Luca Schüssler, Shao Shin Frieda Luk, Yuri Shimaoka, Maria Vanieieva, Michael Wenzlaff, Barbara Wiebking
Kostüme: Muku
Partitur: Thomas Oldham
Die Ausstellung eröffnet zum Gallery Weekend Berlin 2026am Donnerstag, 30. April, 19 bis 22 Uhr. Während des Gallery Weekend von Freitag, 1 Mai bis Sonntag, 3. Mai finden die Performances von 11 bis 14 Uhr und von 15 bis 18 Uhr statt.
Die CHANEL Commission im Hamburger Bahnhof ist eine jährliche Initiative, die Künstler*innen ermöglicht, großformatige Projekte umzusetzen. Mit ihrem Umfang und ihrer Vision entstehen künstlerische Neuinterpretationen der ikonischen, historischen Halle des Museums mit ihren 2.500 Quadratmetern und nutzt diese als Ort des Austauschs mit dem Publikum. Nach Klára Hosnedlová im Jahr 2025 wird Lina Lapelytė 2026 die zweite Ausgabe der CHANEL Commission realisieren.
Die CHANEL Commission im Hamburger Bahnhof wird ermöglicht durch
CHANEL Culture Fund.
Die Ausstellung wird unterstützt von den Hamburger Bahnhof International Companions e. V.
Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist.
Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
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Ausstellungsort
Öffnungszeiten
| Montag | geschlossen |
| Dienstag | 10 bis 18 Uhr |
| Mittwoch | 10 bis 18 Uhr |
| Donnerstag | 10 bis 20 Uhr |
| Freitag | 10 bis 18 Uhr |
| Samstag | 11 bis 18 Uhr |
| Sonntag | 11 bis 18 Uhr |
Preise / Tickets
Jahreskarte
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Hamburger Bahnhof Nationalgalerie der Gegenwart + Sonderausstellungen
16,00 EUR ermäßigt 8,00
+ Sonderausstellungen
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Invalidenstraße 50
10557 Berlin
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eingeschränkt rollstuhlgeeignet
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