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Birgit Kleber. augen | blicke

14.02.2020 bis 29.03.2020
Museum für Fotografie

Mehr als 20 Jahre hat die Berliner Fotografin Birgit Kleber deutsche und internationale Filmstars auf der Berlinale fotografiert: Monica Bellucci und Chloë Sevigny, Willem Dafoe und Shootingstar Franz Rogowski, Regisseur Wim Wenders, Produzent Artur Brauner sind nur einige von ihnen. In immer derselben Haltung, immer in einem ähnlichen Setting. Immer auf der Suche nach dem besonderen Moment. „Ich will die berühmten fünf Minuten“, sagt sie. Zeit genug für Augenblicke, die überraschend Persönliches offenbaren: Menschen mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Gefühlen, in ihrer ganzen Verletzlichkeit.

Ausstellung zum 70. Geburtstag der Berlinale

Über 300 Fotografien von Birgit Kleber sind inzwischen Bestandteil der Sammlung des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt, dort gab es Anfang 2019 eine erste Ausstellung dieser Porträts, und nun – ein Jahr später, anlässlich des 70. Geburtstags der Berlinale – begegnen uns mehrere Dutzend dieser intensiven „Augenblicke“ auch im Berliner Museum für Fotografie, dicht an dicht, in Petersburger Hängung, Farbe neben Schwarz-Weiß, Mann neben Frau, alt neben jung.

Die enge Präsentation der ausdrucksstarken Köpfe, in drei unregelmäßigen Tableaus angeordnet, verführt zu einem vergleichenden Sehen. Die Inkjet-Prints, gedruckt auf mattem Hahnemühle-Papier und kaschiert auf Aludibond, werden stets unverglast präsentiert und so jede Reflektion vermieden. Der Betrachter spiegelt sich insofern nicht im Glas des Bilderrahmens und begegnet dem oder der Dargestellten unmittelbarer. Dies wird dadurch unterstützt, dass die meisten Köpfe in Lebensgröße vor uns erscheinen.

Der gegenseitige Blick

Es ist eine etwas sonderbare Körperhaltung, die sich die Fotografin für ihr Gegenüber ausgedacht hat, leicht angespannt, sitzend und stark nach vorn gebeugt. Birgit Kleber kommt dem Menschen sprichwörtlich nahe und lässt jedem und jeder Einzelnen, trotz der nahezu identischen und nivellierenden Versuchsanordnung, seine oder ihre Individualität. Das sorgsam vorbereitete, konzentrierte Shooting, also die Augen-Blicke durch und in die Kamera, dauert meist nicht länger als fünf Minuten, stets bei natürlichem Licht, in der Berlinale-Lounge, Hotelzimmern und teilweise etwas abseitigen Räumen. Es ist ein Prozess, der mit einem authentischen Porträt endet, das einen „in die Magengrube trifft“, wie es Birgit Kleber nennt, eine Formulierung ihrer geschätzten Kollegin Berenice Abbott zitierend.

Die Porträtierten schauen neugierig, offen und direkt zurück in ihre Kamera, natürliches Selbstbewusstsein ersetzt in dieser Bildsequenz die Pose. Jedes der Porträts erzählt eine komplexe Geschichte, und die Menschen werden in dieser Ausstellung zugleich als private und als öffentliche Person präsentiert, mit unterschiedlichen emotionalen Facetten gleichzeitig, jeweils innerhalb eines Bildes.

Zur Ausstellung ist im Verlag Deutsches Filminstitut & Filmmuseum ein Katalog erschienen: ISBN: 978-3887991005.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Helmut Newton Stiftung.

Helmut Newton Stiftung

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Museum für Fotografie
10,00 EUR ermäßigt 5,00

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