Augenlust
Internationales Glas der Gegenwart aus eigenen Beständen

21.01.2003 bis 14.09.2003

Kunstgewerbemuseum

Ähnlich wie die Keramiker haben Glasgestalter nach dem Zweiten Weltkrieg damit begonnen, in eigenen Ateliers an kleinen Öfen mit Glas zu arbeiten und sich so von der Industrie, von den großen Glashütten, unabhängig zu machen. Sie arbeiteten vielfach in eigenen kleinen Studios, woher die Bezeichnung "Studioglas" stammt. Ihre Werke entstanden als individuelle Schöpfungen in Handarbeit und häufig als Einzelstücke.

Als freie Künstler, Designer, Kramiker oder Goldschmiede ausgebildet, übertrugen die Studioglas-Künstler der ersten Generation in den sechziger und frühen siebziger Jahren viele Aspekte der zeitgenössischen "freien" auf die "angewandte" Kunst. Sie schufen Gefäße aller Art in unregelmäßigen und ungewöhnliche Formen, sie experimentierten mit traditionellen Techniken und entwickelten neue, und sie schufen Skulpturen und Objekte in diesem schwer zu beherrschenden Material. Bei der Verarbeitung am Ofen zähflüssig, eignet sich Glas gut für den spontanen Ausdruck. Andere Glasgestalter wiederum arbeiten nach sorgfältig ausgearbeiteten Entwürfen. Beide Haltungen werden in der Ausstellung repräsentiert.

Die Ausstellung aus den Beständen des Kunstgewerbemuseums zeigt die Vielfalt der Möglichkeiten der Glasgestaltung. Das Kunstgewerbemuseum gehörte in den siebziger Jahren zu den ersten Sammlungen, die Beispiele dieses neuen Umgangs mit einem traditionsreichen Material ausgestellt hat, woher auch zahlreiche der ausgestellten Werke stammen. Ein Großteil der übrigen Werke verdankt das Museum der Stiftung von Dr. Hans und Dr. Evelyn Finkbeiner.