Arnold Dreyblatt
"The Wunderblock", 2000

24.07.2007 bis 29.07.2007

Gemäldegalerie

Arnold Dreyblatt, ein in Berlin lebender New Yorker Künstler, hat zu Freuds Arbeit eine Installation gefertigt: "The Wunderblock", 2000 (Leihgabe Galerie Anselm Dreher, Berlin), die in der Gemäldegalerie in Kooperation mit der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung aus Anlass des Kongresses "Erinnern, Wiederholen & Durcharbeiten in Psychoanalyse und Kultur heute" vom 24. bis 29. Juli 2007 gezeigt wird.

"1925 verfasste Freud eine Schrift, in der das Erinnerungsvermögen mit einem Kinderspielzeug, dem Wunderblock, verglichen wird. Es besteht aus einer mit Folie bespannten Wachstafel, auf die man einen Text einschreiben und rasch wieder tilgen kann, indem man die Zellophanschicht von der Wachstafel abhebt.

Im Gegensatz zu Freuds Modell, in dem der Druck beim Beschriften der Zellophanfläche sich zur darunter liegenden Wachsschicht fortsetzt, ist die ursprüngliche Auswahl und Eintragung von Daten in "The Wunderblock" bereits zuvor abgeschlossen. Die Bewegung entspringt aus ROM (Festplatte) und wird in RAM (Arbeitsspeicher) festgehalten, bevor sie an die Oberfläche wandert.

Ganz unabhängig von unserer An- oder Abwesenheit sucht und schreibt die Installation eigenständig. man hat den Eindruck, dass die zugrunde liegenden Quellentexte niemals vollständig wahrgenommen werden können. Da die vielen Textfragmente simultan geschrieben und getilgt werden, ist ein bestimmtes Fragment nur mit Mühe zu lesen, bevor es verschwindet. Das hier vorgeführte Gedächtnismodell ist gleichzeitig hochgradig instabil, bruchstückhaft, unvollständig, vergänglich und flüchtig. Die Satzfragmente, die auf dem Bildschirm erscheinen und verschwinden, beschreiben den Vorgang von Finden und Verlieren, Schutz und Zerstörung." (Arnold Dreyblatt)

(Texte aus: Sigmund Freud, Notiz über den 'Wunderblock', Wien 1925: A Glossary for Archivists, The Society of American Archivists, Chicago 1992)