Archäologische Zeichnungen und künstlerische Arbeiten von Jürgen Schmidt - DAI Bagdad

04.07.2006 bis 20.08.2006

Pergamonmuseum

Die Ausstellung präsentiert archäologische Zeichnungen und künstlerische Arbeiten von Jürgen Schmidt, der von 1967 bis 1994 erster Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Bagdad sowie seit 1978 auch der Zweigstelle in Sanaa im Jemen war. Schmidt studierte zunächst Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste und später Architektur, Kunstgeschichte und Archäologie. Seit 1952 wirkte er an den deutschen Ausgrabungen im Orient mit und leitete selbst die altorientalischen Grabungen in Uruk-Warka und Babylon, anschließend in Marib im Jemen. Er interessierte sich aber auch für die Islamische Architektur und grub mit Barbara Finster in Tulul al-Ukhaidir seit den Zeiten Herzfelds erstmals wieder eine mittelalterliche Baugruppe aus.

Schmidts Topographien und Befunde mit beinhalten teilweise dramatische Mittel, gleichzeitig sind seine steingerechten Planzeichnungen und Aufrisse von Backsteinmauern nicht nur von äußerster Genauigkeit und, wie man hört, in ungewöhnlicher Schnelligkeit entstanden, sie sind auch bis zu jenem Grad interpretativ, wie es die präzise Aufnahme des Zerstörungsgrads und die wissenschaftliche Genauigkeit erlauben. Das unterscheidet sie grundsätzlich von den "kalten" automatisierten Wiedergaben moderner Digitalzeichnungen, die meist der Nachbearbeitung bedürfen. So kann man etwa der Zeichnung des Steingevierts von Abu Disch im Jemen ansehen, dass es nicht Zerstörungshaufen, sondern als Ehrerbietungsgestus des Besuchers herangetragene Steine sind, wenn man von diesem Ritus weiß.