Amor auf dem Suppenteller?
Klassische Motive der Majolikamalerei des 16. und 17. Jahrhunderts

07.06.2002 bis 31.12.2002

Kunstgewerbemuseum

Parallel zu "Blütezeiten der Majolika - Eine Berliner Sammlung" zeigt eine weitere Ausstellung des Kunstgewerbemuseums klassische Motive der Majolikamalerei. "Amor auf dem Suppenteller?" stellt eine in der Renaissance weit verbreitete Form der Antikenrezeption auf farbig bemalten Tongefäßen vor.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden in Italien die Themen und Dekorationsformen der klassischen Antike in Architektur, Skulptur und Malerei zum dominanten Vorbild. Diesem Interesse an der bildenden Kunst der Antike war eine Wiederentdeckung antiker Texte und damit verbunden antiker Wertvorstellungen und Ideale vorausgegangen. In die Formensprache der zeitgenössischen Kunst aufgenommen, blieb das neue Bildgut allerdings nicht den freien Künsten vorbehalten, sondern fand auch in der angewandten Kunst Ausdruck.

Durch die Majolikamalerei hielt der Humanismus Einzug in den Haushalt. Die neuen technischen Errungenschaften auf dem Gebiet der Keramikherstellung, aber auch der Druckgraphik bereiteten dieser neuen Kunstform den Boden. Majolikagefäße, und mit ihnen das Bildgut der Renaissance, fanden eine sehr weite Verbreitung, die nicht nur auf die reichsten Auftraggeber und elitären Intellektuellenkreise beschränkt war.