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Alte Form mit neuem Geist
Erwerbungen zeitgenössischer Malerei in Ost-Berlin

02.10.2012 bis 17.03.2013

In Ost-Berlin stellte man sich 1952 mit der Neugründung eines Museums, der Ostasiatischen Sammlung, einer Herausforderung: Abgesehen von einigen Stücken Kunsthandwerks, in der Hauptsache Porzellanen, die aus dem Kunstgewerbemuseum transferiert worden waren, existierte keinerlei Sammlungsbestand ostasiatischer Provenienz. Zeitgenössische Kunst in der Volksrepublik China zu erwerben, war daher nicht nur ein politisches Postulat, sondern auch aus praktischen Gründen nahe liegend: Sie war leicht zugänglich, preiswert und erforderte keinen Einsatz von Devisen. In den folgenden Jahren, bis sich die politischen Beziehungen der DDR zur VR China verschlechterten und mit dem Beginn der Kulturrevolution ganz zum Erliegen kamen, wurde eine bedeutende Anzahl von Tuschmalereien erworben.

Bilder zahlreicher herausragender Künstler wie Qi Baishi (1864-1957), Xu Beihong (1895-1953) oder Li Keran (1908-1989), deren Werke heutzutage auf Auktionen Rekordsummen erzielen, wurden in den Jahren von 1957 bis 1965 angekauft, offenbar ohne hierbei politische Vorgaben zu verfolgen. Die überwiegend Hängerollen setzen die Tradition der klassischen chinesischen Malerei in der Moderne fort und zeigen meist Sujets aus dem Genre der so genannten Blumen- und Vogel-Malerei, das heißt florale Motive, die mit diversen Vögeln und Insekten kombiniert werden und häufig symbolische Bedeutungen vermitteln. Landschaften und figürliche Szenen sind ebenso, aber weniger häufig vertreten, die Thematik des sozialistischen Aufbaus findet sich gar nicht, die Darstellung ethnischer Minderheiten kaum.
Einzelne Bilder aus dem beschriebenen Bestand wurden schon häufig präsentiert; in den Mittelpunkt ist dieser Abschnitt der Museumsgeschichte hiermit allerdings erstmalig gestellt.

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