Al Halqa – die letzten Erzähler
Eine Ausstellung über die marokkanische Erzählkunst auf dem Platz Djemaa El Fna in Marrakesch

11.09.2015 bis 25.10.2015
Ethnologisches Museum

Täglich findet in Marrakesch auf dem Djemaa El Fna, dem „Platz der Gehenkten“, ein einzigartiges Schauspiel statt: Einheimische, Durchreisende, Neugierige und Müßiggänger versammeln sich auf diesem etwa tausend Jahre alten städtischen Platz, um sich von den performativen Künsten der „Hlaiqi“, der Tänzer, Sänger, Akrobaten und Geschichtenerzähler begeistern zu lassen. Ihre Darbietungen bilden ein Patchwork sich ständig erneuernder Traditionen, die heute mit Recht zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ (UNESCO) gerechnet werden. Zwischen Schlangenbeschwörern, Zauberern und Wahrsagern buhlen auch die letzten marokkanischen Geschichtenerzähler um die Gunst des Publikums. In der Halqa, im Kreis der Zuschauer, scharen sie die Menschen um sich, um sie neugierig auf ihre Darbietung zu machen. Ihre Geschichten handeln oft von Königen, schönen Frauen, Versuchungen und Reichtum, erzählen aber auch von Bettlern, Dieben, Armut und Weisheit. Sie sollen unterhalten und gleichzeitig lehrreich sein. Ihre Kunst ist es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, indem sie ansprechen, was tief im Menschen verwurzelt ist: die Lust, Geschichten erzählt zu bekommen.

Die Ausstellung im Ethnologischen Museen führt den Besucherinnen und Besuchern diese immer noch lebendige marokkanische Kultur des Geschichtenerzählens vor Augen, wie sie ähnlich in Europa bis ins 19. Jahrhundert durch das fahrende Volk der Gaukler und Sänger vertreten war. Das Ausstellungsformat mit großformatigen Fotodrucken und audiovisuellen Installationen sorgt für ein unmittelbares sinnliches Erleben. Hörstationen laden dazu ein, Geschichten im arabischen Original und deutscher Übersetzung zu hören, die bis heute nur mündlich überliefert worden sind. Eine „Erzählbox“ animiert die Besucherinnen und Besucher selbst zum Erzähler zu werden.

Mehr Informationen zur Ausstellung unter www.alhalqa.com/expo

Die Ausstellung ist Teil des Gesamtprojekts „Al Halqa“ (www.alhaqa.com; www.alhalqa-virtual.com, online ab dem 10.9.2015) des Berliner Filmemachers und Medienkünstlers Thomas Ladenburger. Das Projekt begann 2005 mit einem Dokumentarfilm, gefolgt von mehreren Ausstellungen, Installationen und Medienproduktionen mit DVDs und einem Hörbuch. Mit der Präsentation im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin findet das Projekt seinen Abschluss.

Die Ausstellung wird gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes sowie des Vereins der Freunde des Ethnologischen Museums.

Weitere Förderer und Unterstützer sowohl der Ausstellung, als auch des Gesamtprojekts sind das Auswärtige Amt, das medienboard Berlin-Brandenburg, die Botschaft des Königreichs Marokko und das Studio für elektroakustische Musik der Akademie der Künste.

Montaggeschlossen
Dienstag10 bis 17 Uhr
Mittwoch10 bis 17 Uhr
Donnerstag10 bis 17 Uhr
Freitag10 bis 17 Uhr
Samstag11 bis 18 Uhr
Sonntag11 bis 18 Uhr

Kassenschluss jeweils 30 Minuten vor Schließung des Museums.

Bitte beachten Sie, dass die Ausstellungen Südsee und Indianer Nordamerikas des Ethnologischen Museums sowie das Juniormuseum seit dem 11. Januar 2016 geschlossen sind.

Eingang für Besuchende

Lansstraße 8 / Arnimallee 25
14195 Berlin

U-Bahn U3 (Dahlem-Dorf)
Bus M11, X83 (U Dahlem-Dorf); 101 (Limonenstraße); 110 (Domäne Dahlem)

eingeschränkt rollstuhlgeeignet

Tel 030 - 266 42 42 42 (Mo - Fr, 9 - 16 Uhr)
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