Niklaus Heeb und Alessandro Holler, Zürcher Hochschule der Künste, Fachrichtung Knowledge Visualization

Niklaus Heeb fokussiert in seinem Vortrag auf die Rolle des Naturstudiums in der Gestaltungslehre und die Bedeutung des wissenschaftlichen Zeichnens im Zeitalter digitaler Medien. Der Studienbereich der wissenschaftlichen Illustration an der Zürcher Hochschule der Künste gründet auf einer langen Tradition von Zeichnung und Wissensbild auf gestalterisch höchstem Niveau. Vor dem Hintergrund einer 70jährigen Ausbildungsgeschichte wurde mit der Einführung der digitalen 3D-Gestaltungswerkzeuge das Anwendungsfeld maßgeblich erweitert. Der Einbezug neuster technologischer Entwicklungen wie Augmented und Virtual Reality eröffnet der Wissensvisualisierung erneut vielversprechende Wege der Vermittlung.

Niklaus Heeb ist diplomierter Wissenschaftlicher Illustrator und Diplom-Biologe. An der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK leitet er die Fachrichtung Knowledge Visualization und unterrichtet als Fachdozent in der Bachelor Vertiefung Scientific Visualization seit über zehn Jahren. Er hat das auf 3D-Visualisierung spezialisierte Master Programm Erkenntnis-Visualisierung aufgebaut und leitet dieses in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung. 2015 konnte die Fachrichtung ein eigenständiges Forschungsprogramm aufziehen. Niklaus Heeb hat dieses iniziiert und ist selber involviert in mehreren Forschungsprojekten.

Alessandro Holler untersucht im zweiten Teil des Vortrags, welche Merkmale den didaktischen und ästhetischen Erfolg von gegenständlichen botanischen Modellen ausmachen. Die Schönheit der Pflanzen manifestiert sich zwar bereits in ihrem äußeren Erscheinungsbild, doch eröffnen sich noch viel faszinierende Welten, wenn man in die Anatomie der Pflanzen eintaucht. Etwas von innen zu verstehen, den Aufbau zu begreifen, stillt unseren Wissensdurst und erzeugt eine tiefere Verbindung zum Objekt. Einen sehr wirksamen Beitrag zu diesem Wissensmechanismus leisten seit mehr als hundert Jahren botanische Modelle. Heute ist es möglich, virtuelle Pflanzenmodelle zu realisieren. Vorgestellt wird das Projekt «Tangible Virtual Models» – eine interaktive Installation der Titanwurz-Blume, die man mit den eigenen Händen virtuell berühren kann.

Nach einem Biologiestudium (Master Botanik in Graz, Österreich und Uppsala, Schweden) hat Alessandro an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK 2015 mit einer 3D-Animation über die grösste Blume der Welt (Focus On Nature Award 2017) das Bachelorstudium Scientific Visualization abgeschlossen. Daraus entstand das Forschungsprojekt «Tangible Virtual Models», das den Forschungsschwerpunkt der Modellthematik in der Forschungsgruppe Knowledge Visualization begründet hat. Alessandro Holler ist außerdem an der Zürcher Hochschule der Künste Assistent für die Bachelor- und Mastervertiefungen in der Fachrichtung Knowledge Visualization und ist Mitgründer des Designstudios für wissenschaftliche Illustration, Visualisierung und Animation Quaint in Zürich.

Nature. Knowledge. Visualization.
Vom Wissensbild zum virtuellen Modell

KGM DESIGNTALK.

Vortrag

Angebote für: Erwachsene
Termin: Do 14.12.2017 19:00 Uhr
Ort: Kulturforum
Treffpunkt: Vortragssaal Kunstgewerbemuseum
Kosten: Keine Anmeldung: nicht erforderlich
Ausstellungen: Ein Haus für Kunst, Mode und DesignForm Follows Flower
Sammlung: Kunstgewerbemuseum
Veranstaltungsreihe: KGM Design Talks

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