Vom 150. Todestag Friedlieb Ferdinand Runges hat die Öffentlichkeit – außer in seiner Wahlheimat Oranienburg – kaum Notiz genommen. Als technischem Chemiker gelangen ihm zahlreiche Erfindungen. Am bedeutendsten sind seine Forschungen und Entdeckungen in der Farbenchemie: Den Stand der Textilfärberei am Vorabend der Ära synthetischer organischer Farbstoffe spiegelt seine dreibändige „Farbenchemie“ (1834–1850). Runge hätte diese Ära beinahe selbst eingeleitet, da er 1833 wesentliche Bestandteile des Steinkohlenteers isoliert und deren farberzeugendes Potenzial erprobt hatte. Sein Alterswerk, die „durch chemische Wechselwirkung […] selbsttätig gewachsenen“ Bilder, galten lange Zeit als Kuriosum – bis sie als Vorläufer der Papierchromatografie und der Selbstorganisationsforschung erkannt wurden.

Runges umfassende technische Kenntnisse gestatteten ihm einen Überblick über die materielle Seite der Künste wie keinem sonst. In seinem Wirken fügen sich die einzelnen Künste und Handwerkstechniken zu einem Kontinuum von Materialien und Techniken zusammen, wie es sich dem heutigen, zwangsläufig fachspezifischen Blick meistens entzieht.

Referent: Dr. Albrecht Pohlmann, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Friedlieb Ferdinand Runge (1794–1867) und die materielle Einheit der Künste

Von Restauratoren erforscht

Vortrag

Angebote für: Erwachsene
Termin: Do 05.04.2018 18:00 Uhr
Ort: Bode-Museum
Treffpunkt: Information
Kosten: 0 EUR Anmeldung: nicht erforderlich
Sammlung: Gemäldegalerie
Veranstaltungsreihe: Von Restauratoren erforscht | Vortragsreihe

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