Museum für Fotografie, Staatliche Museen zu Berlin, Jebensstraße 2, Berlin-Charlottenburg
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Museum für Fotografie
Bis 2010 sind im Museum für Fotografie nur die Ausstellungen der Helmut Newton Stiftung zu sehen.
Das Gebäude Jebensstraße 2 gegenüber dem Bahnhof Zoologischer Garten wurde 1908-09 nach Plänen von Heino Schmieden und Julius Boethke errichtet und am 2. September 1909 in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Der neoklassizistische Bau diente ursprünglich als Kasino des "Offizierscorps der Landwehr-Inspektion Berlin e.V.". Er beherbergte mehrere Festsäle, Gästezimmer, ein Restaurant und sogar Kegelbahnen und einen Schießstand.
Das nüchterne Äußere der Architektur kontrastierte mit der prächtigen Innenausstattung, die dem Zeitgeschmack der Wilhelminischen Ära entsprach: vielfarbige Wand- und Deckenmalereien im pompejanischen Stil, antike Pilasterordnungen, Jugendstilornamente; moderne Akzente setzten Röhrenlampen und indirekte Beleuchtungskörper. Repräsentativster Raum war der Kaisersaal im zweiten Obergeschoss, ein tonnengewölbter Festsaal von 665 Quadratmetern Fläche, mit über 11 Metern Raumhöhe. Nach mehreren Umbauten und zeitweiser Nutzung als Theater wurde er im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört.
1950 erwarb der Berliner Senat das beschädigte Gebäude und überwies es der Kunstbibliothek sowie der noch unbehausten Galerie des XX. Jahrhunderts, die später einen Grundstock der Neuen Nationalgalerie bildete. Beide Institutionen konnten im Laufe des Jahres 1954 ihre neuen Räumlichkeiten in der Jebensstraße beziehen. Von 1978 bis 1986 nutzte auch die Berlinische Galerie das Haus für Ausstellungen. Seit die Kunstbibliothek 1993 in den Neubau am Kulturforum Potsdamer Platz übersiedelte, waren im Gebäude Depots und Werkstätten des Museums Europäischer Kulturen und der Alten Nationalgalerie untergebracht.
Mit der Wiedereröffnung des Gebäudes Jebensstraße 2 als Museum für Fotografie im Juni 2004 kehrt die Kunstbibliothek an ihren langjährigen Standort zurück. Bis zur museumsgerechten Instandsetzung wurde die eindrucksvolle Ruine des Kaisersaals mit ihren rohen Backsteinwänden und dem von unten sichtbaren Dachstuhl mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Fotografie bespielt. Der umgebaute Kaisersaal wird ab 2009 für die Präsentation aller Spielarten der Fotografie vom 19. bis zum 21. Jahrhundert genutzt werden können.
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