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Der Fisch des Goldfundes von Vettersfelde. Um 500 v. Chr. © J. Laurentius, Antikenslg. Staatl. Mus. Berlin

10. Die Skythen vor den Toren Mitteleuropas

Aus den Steppen- und Waldsteppen nördlich des Schwarzen Meeres kommend erreichten die Skythen ab dem 7. vorchristlichen Jahrhundert den Osten und Südosten Europas. Ihre Kampftaktik hinterließ starken Eindruck, Reitzubehör und bestimmte Waffenformen wurden übernommen und die damit einhergehenden Veränderungen in der Kriegsführung wirkten sich bis nach Mitteleuropa aus. Es ist jedoch mehr als fraglich, ob die skythischen Kriegszüge so weit ausgriffen. Möglicherweise drangen die Skythen bis in das Karpatenbecken vor, weiter nach Westen gelangten sie wohl nicht.

Ein goldener Hirsch in Ungarn …
Zu den eindrucksvollsten Hinterlassenschaften der Eisenzeit im Karpatenbecken gehören zwei Hirsch-Reliefe aus Goldblech. Ein Stück aus Elektron wurde 1923 in einem Grab bei Tápiószentmárton freigelegt. Das Hirschmotiv mit untergeschlagenen Beinen und weit über den Rücken reichendem Geweih ist typisch für den skythischen Tierstil. Ganz ähnliche Hirschdarstellungen sind vom Schwarzen Meer bekannt.

… und ein „Goldfisch“ aus Polen
Mit dem Goldfund von Vettersfelde, heute Witaszkowo in Polen, wurde 1882 einer der spektakulärsten Funde der frühen Eisenzeit in Mitteleuropa geborgen. In die Berliner Antikensammlung gelangten meisterhaft gearbeitete Goldgegenstände, deren ähnlichste Vergleichsstücke sich in den Fürstenkurganen nördlich des Schwarzen Meeres fanden.
Ein goldener Fisch, wohl ehemals Schmuck eines Goryts, zeigt Tierszenen zu Wasser, vom Land und in der Luft. Dazu gehören ein kleeblattförmiger Beschlag und ein skythisches Kurzschwert, der Akinakes, mit zugehöriger Scheide.

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