Das Kupferstichkabinett umfasst eine von den mittelalterlichen Anfängen der europäischen Kunst bis in die Gegenwart reichende Sammlung. Deren Bedeutung und Vielfalt spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Zeichnungs- und Drucktechniken wider. Papier, das eine mehrere Jahrhunderte umfassende Herstellungstradition aufweist, prägt als zentrales Trägermaterial das Erscheinungsbild der Kunstwerke im Kupferstichkabinett. Die Mitarbeiter der Restaurierung sind damit betraut, die Sammlung unter Wahrung aktueller wissenschaftlicher Standards zu dokumentieren, zu lagern, zu sichern und gegebenenfalls zu behandeln. Ein Conservation Advisory Council des Kupferstichkabinetts berät dessen restauratorische Arbeit.
Die restauratorische Arbeit umfasst folgende Aspekte:
Druckgrafiken und Zeichnungen, die besonders licht- und klimaempfindlich sind, werden bei Ausstellungen und Ausleihen besonders beansprucht. Deswegen leistet die Restaurierung die Sicherung der Werke durch speziell entwickelte Montagen. Diese Arbeit, ebenso wie die detaillierte Protokollierung und die adäquate Rahmung, gehört zur Vorbereitung von Kunstwerken für den umfänglichen nationalen wie internationalen Leihverkehr, der eine intensive restauratorische Betreuung bedingt.
Einzelne Bereiche der Sammlung, wie zum Beispiel die Kartons des 19. Jahrhunderts, also großformatige Entwurfszeichnungen für Wandmalereien (etwa von Peter von Cornelius), werden in der Restaurierung gesondert bearbeitet, wobei Dokumentation und verbesserte Lagerung im Vordergrund stehen.
Ein weiteres Spezialgebiet bei der Sammlungspflege stellt neben den gebundenen Handschriften des Mittelalters und der Renaissance die zeitgenössische Kunst dar: Hier finden sich viele, oftmals extrem große Sonderformate und komplexe künstlerische Techniken (Collage, Mischtechniken, moderne Druckverfahren und Papiere), die einer besonderen Pflege und Dokumentation bedürfen.
Im Bereich der alten Kunst wiederum dient eine fortlaufend aktualisierte Wasserzeichenkartei der papierkundlichen Forschung und der Datierung von Zeichnungen und Werken der Druckgrafik.
Die Restauratoren führen auch kunsttechnologische Untersuchungen und weitere Forschungsprojekte durch. Hierzu gehört etwa die Analyse von Silberstiftzeichnungen - derzeit vor allem von Hans Holbein und Albrecht Dürer -, die zusammen mit dem Rathgen-Forschungslabor (RF) und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) erfolgt.
Die Untersuchung einzelner Zeichnungen Matthias Grünewalds findet zusammen mit dem RF und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (SABK) statt. Im Bereich der Bestandserhaltung werden die zur Aufbewahrung von Kunstwerken verwendeten Kästen in Zusammenarbeit mit der SABK untersucht. Außerdem ist die Restaurierung an externen langfristigen Forschungsvorhaben wie "Paper and Water: A Guide for Conservators" beteiligt.
Das Kupferstichkabinett bietet Praktikumsstellen an und unterstützt Diplomarbeiten.
Allgemeine Informationen zur Restaurierung in den Staatlichen Museen zu Berlin
