Das Kupferstichkabinett ist die größte Graphische Sammlung in Deutschland - und eine der vier bedeutendsten der Welt. Sie umfasst über 550.000 druckgraphische Werke, 110.000 Zeichnungen, Aquarelle und Ölskizzen sowie kostbare illustrierte Bücher. In diesem "Universum der Bilder und Zentrum der Forschung" befinden sich Werke bedeutender Künstler von Sandro Botticelli und Albrecht Dürer über Rembrandt und Adolph Menzel bis Pablo Picasso und Andy Warhol.
Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin sammelt europäische, aus jüngerer Zeit auch verwandte, internationale Zeichnungen und Druckgrafik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Daneben finden sich illuminierte, d.h. mit Malereien geschmückte Handschriften des Mittelalters und der Renaissance, Bücher mit Originalgrafik, Mappenwerke, Skizzenbücher, topographische Ansichten und Druckplatten. Das Haus repräsentiert ein einzigartiges Labor künstlerischer Ideen, Bilder und Ausdrucksformen. Es ist mit seinen Schätzen ein zentraler Ort des kulturellen Erbes von Europa und der von Europa inspirierten Weltkulturen.
In diesem hoch vernetzten Universum der "Kunst auf Papier" befinden sich Werke bedeutender Künstler von Sandro Botticelli bis Andy Warhol. Besonders die Zeichnungen und Druckgrafik früher italienischer, altdeutscher und niederländischer Meister sowie des 19. Jahrhunderts sind von erlesener Dichte und Qualität. So finden sich reiche Bestände an Arbeiten von Mantegna und Botticelli, Dürer, Altdorfer und Grünewald, Hieronymus Bosch, Pieter Bruegel und Rembrandt, Tiepolo und Chodowiecki, Caspar David Friedrich, Schinkel und Menzel. Auch die Klassische Moderne mit Munch, Kirchner und Picasso, die internationale Nachkriegskunst (Giacometti), die Pop Art (Hamilton, Warhol, Johns, Stella), die Conceptual Art und die Minimal Art bilden gewachsene Schwerpunkte. Einen besonderen Akzent im Feld der Gegenwartskunst setzen auch international wichtige, in Berlin tätige Künstler. Ergänzend zu den Beständen im Kupferstichkabinett werden, je nach Sammlungskontext, ebenfalls im Ethnologischen und im Asiatischen Museum, in der Sammlung Scharf-Gerstenberg und in der Kunstbibliothek Arbeiten auf Papier bewahrt.
Ein Museum der Graphischen Künste zeigt seine Kostbarkeiten wegen des schieren Umfangs und der Empfindlichkeit von Kunst auf Papier nicht permanent. Stattdessen richtet das Kabinett neben Sonderausstellungen jährlich mehrere Wechselausstellungen ein, die zudem den Vorteil bieten, dass immer wieder neue und überraschende Aspekte der vielfältigen Kollektion vorgestellt werden können. Einen weiteren Zugang zur Sammlung bildet der Studiensaal. Hier werden dem Publikum Kunstwerke nach eigener Wahl im Original vorgelegt.
Unterstützung findet die Arbeit des Museums bei vielen Künstlern, Stiftungen, Sammlern und Mäzenen. Insbesondere aber hilft und die "Graphische Gesellschaft zu Berlin - Vereinigung der Freunde des Kupferstichkabinetts e. V." Der Förderkreis wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, die Aktivitäten des Hauses, vornehmlich den Ausbau der Sammlung zu fördern. In den letzten Jahren unterstützte die Graphische Gesellschaft einzelne Ankäufe, vermittelte Schenkungen (Paul Maenz Gerd de Vries) und erwarb Werke etwa von Olafur Eliasson, Raymond Pettibon, Julie Mehretu, Franz Ackermann, Dieter Roth, John Armleder und Damien Hirst.
