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Neue Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie ist neben der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel Berlin, dem Museum Berggruen und der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Charlottenburg, dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin in Tiergarten und der Friedrichswerderschen Kirche am Schlossplatz eine der sechs Säulen der Nationalgalerie.

Die unter Direktor Hugo von Tschudi zur Jahrhundertwende ins Europäische und Zeitgenössische erweiterten Bestände der Nationalgalerie fasste sein Nachfolger Ludwig Justi in einer Neuen Abteilung zusammen, die er 1919 im Kronprinzenpalais eröffnete und zu einer der führenden Sammlungen für die Kunst der Gegenwart entwickelte. Bis 1933 fanden dort bedeutende Ausstellungen zeitgenössischer Künstler statt und es wurden zahlreiche Ankäufe von bedeutenden Werken der klassischen Moderne getätigt.

Die 1937 beginnenden "Säuberungsmaßnahmen" im Rahmen der nationalsozialistischen Aktion "Entartete Kunst" führten zur Beschlagnahmung von über 400 Werken. Zwei Jahre später wurden die in der Sammlung verbliebenen Kunstwerke ausgelagert, um sie vor Bomben zu schützen. Trotzdem kam es zu zahlreichen Kriegsverlusten. Direkt nach Kriegsende gab es Bemühungen, die durch den Nationalsozialismus und den Krieg entstandenen Lücken im Sammlungsbestand wieder zu schließen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete die im Jahre 1945 vom Magistrat von Groß-Berlin gegründete Galerie des 20. Jahrhunderts.

Nach der Teilung Berlins nahmen beide Teile der Nationalgalerie – in Ost und West – eine unterschiedliche Entwicklung. Wie Dieter Honisch, Direktor der Nationalgalerie von 1975 bis 1997, schrieb: „Der Westen ging ins Europäische und Internationale, der Osten blieb dem Nationalen und der Kunst der DDR verpflichtet.“ Nach der Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahre 1957 konnte der im Westen verbliebene Teil der Sammlung erstmals 1959 in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg wieder gezeigt werden.

Die Präsentation der wachsenden Bestände machte einen Neubau im Westteil der Stadt notwendig. Die Neue Nationalgalerie, nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe erbaut, wurde 1968 als erstes Museum am Kulturforum eröffnet. Dort vereinigte man die Sammlungen der Alten Nationalgalerie und der Galerie des 20. Jahrhunderts.

Nach der Wiedervereinigung zog die Kunst des 19. Jahrhunderts, darunter Werke des Impressionismus, in die Alte Nationalgalerie auf die Museumsinsel und in die Galerie der Romantik im Schloss Charlottenburg. Gleichzeitig zogen Werke der Moderne von der Museumsinsel in die Neue Nationalgalerie. Darunter als bedeutendster Bestand die umfangreiche Sammlung zur Kunst in der DDR. Die Kunst der sechziger Jahre bis zur Gegenwart fand ihr neues Domizil im Hamburger Bahnhof.

BildunterschriftNeue Nationalgalerie,
Plastik Henry Moore: Der Bogenschütze, 1964,
Kulturforum Potsdamer Platz
© Staatliche Museen zu Berlin, Foto: F. FriedrichEnde der Bildunterschrift

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