Der Bestand der Nationalgalerie ist auf die Häuser Alte Nationalgalerie, Neue Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin, Museum Berggruen, Sammlung Scharf-Gerstenberg und Friedrichswerdersche Kirche verteilt.
Alte Nationalgalerie
Die Alte Nationalgalerie beherbergt heute Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Mit der testamentarischen Überlassung durch den Bankier F.W. Wagener im Jahre 1861 entstand so das Stammhaus der Nationalgalerie. Nach Behebung der schweren Kriegsschäden, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, wurde die Alte Nationalgalerie 1949 in Teilen und 1955 vollständig wiedereröffnet.
Dank der durch den Masterplan Museumsinsel seit 1998 möglichen Generalsanierung wurde die Alte Nationalgalerie im Dezember 2001 als erstes Gebäude auf der Museumsinsel wieder eröffnet. Sie bildet nun zusammen mit dem Alten Museum, dem Bode-Museum (wiedereröffnet Oktober 2006) , dem Neuen Museum (Wiedereröffnung 2009) und dem Pergamonmuseum das Ensemble der Museumsinsel Berlin, die 1999 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde, und zählt zu den strahlenden Höhepunkten der europäischen Museumslandschaft.
Neue Nationalgalerie
Die Neue Nationalgalerie, der "lichte Tempel aus Glas", beherbergt europäische Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts von der Klassischen Moderne bis zur Kunst der 1960er Jahre. Unter ihnen befinden sich Arbeiten von Künstlern wie Munch, Kirchner, Picasso, Klee, Feininger, Dix und Kokoschka.
In der Neuen Nationalgalerie sind zahlreiche Sonderausstellungen zu sehen. Während der Sonderausstellungen kann die Dauerausstellung oftmals nicht gezeigt werden.
Schwerpunkte der Sammlung bilden Arbeiten von Künstlern des Kubismus, des Expressionismus, des Bauhaus und des Surrealismus. Werke von Picasso, Gris, Leger und Laurens zeigen die Entwicklung der kubistischen Kunst.
Der Expressionismus ist durch die Künstler-Vereinigung "Die Brücke" mit bedeutenden Arbeiten von Kirchner, Schmidt-Rottluff und Heckel vertreten. Kirchners "Potsdamer Platz" von 1914 steht heute in spannendem Kontrast zu den aktuellen Veränderungen des Platzes, der nur wenige Meter vom Museum entfernt ist.
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Der Hamburger Bahnhof präsentiert auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern bedeutende Werke internationaler zeitgenössischer Kunst. Das Museum wurde im November 1996 im Gebäude des ehemaligen Endbahnhofs der Bahnstrecke von Hamburg nach Berlin eröffnet.
Den Kern der Sammlung bilden Werke aus der Privatsammlung von Erich Marx mit Werkgruppen weltbekannter Künstler wie Joseph Beuys, Andy Warhol und Roy Lichtenstein. 2002 wurde zudem die Sammlung Marzona mit Werken der Arte Povera, Konzeptkunst, Land Art und Minimal Art erworben.
Seit September 2004 ist die Friedrich Christian Flick Collection, eine der umfangreichsten Privatsammlungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, in den benachbarten Rieckhallen mit einem jährlich wechselnden Ausstellungsturnus zu sehen.
Museum Berggruen
Das Museum Berggruen zeigt herausragende Werke der Klassischen Moderne. Zu den Künstlern gehören vor allem Picasso, Klee, Giacometti und Matisse.
Das Museum Berggruen befindet sich im westlichen Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg. Unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" werden auf drei Etagen Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier gezeigt. Im Zentrum der Sammlung steht mit über 100 Exponaten das Werk Picassos.
Den zweiten Schwerpunkt der Sammlung bilden über 60 Bilder von Paul Klee. Kleinformatig und fragil zeichnen sie die poetische Welt des Malers von 1917 bis 1940. Mit über 20 Werken ist Henri Matisse vertreten, darunter mehr als ein halbes Dutzend der berühmten Scherenschnitte. Plastische Ensembles von Alberto Giacometti sowie Beispiele afrikanischer Skulptur runden den Kern der Sammlung ab.
Heinz Berggruen galt als einer der erfolgreichsten Kunstsammler Europas. 1914 in Berlin geboren, emigrierte er 1936 in die USA. Nach dem Krieg gründete er in Paris eine Galerie, die bald zu den ersten Adressen der internationalen Kunstszene zählte. 1980 gab er seine Arbeit als Galerist auf, um sich ganz dem Ausbau seiner Sammlung zu widmen. Nachdem er seine Sammlung fünf Jahre in der National Gallery in London gezeigt hatte, wählte Heinz Berggruen 1996 Berlin als Präsentationsort für seine Bilder und Skulpturen aus.
Sammlung Scharf-Gerstenberg
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt ab Juli 2008 hochkarätige Werke der Surrealisten und ihrer Vorläufer. Das Spektrum der Künstler reicht von Piranesi, Goya und Redon bis zu Dalí, Magritte, Max Ernst und Dubuffet.
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg befindet sich im östlichen Stülerbau und im Marstall gegenüber dem Schloss Charlottenburg. Unter dem Titel "Surreale Welten" werden auf drei Etagen Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier gezeigt.
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt die Bestände der "Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg". Den Ausgangspunkt bildet die um 1910 entstandene Sammlung von Otto Gerstenberg (1848-1935). Dieser hatte in Berlin eine der größten und wichtigsten Gemälde- und Graphiksammlungen seiner Zeit zusammengetragen, deren Spektrum von den alten Meistern bis zum Impressionismus reichte.
Die Sammelleidenschaft Otto Gerstenbergs wurde von seinen Enkeln Walter Scharf (1923-1996) und Dieter Scharf (1926-2001) weitergeführt. Letzterer übernahm die graphischen Zyklen von Piranesi, Goya und Klinger als Fundament seiner eigenen Sammlung, die sich auf das Phantastische und Surreale konzentrierte. Zielstrebig und konsequent baute er eine herausragende Sammlung auf, die er kurz vor seinem Tode in eine Stiftung umwandelte, deren Besitz dauerhaft in Berlin gezeigt werden soll.
Friedrichswerdersche Kirche
In der Friedrichswerderschen Kirche in Berlin-Mitte sind Skulpturen des frühen 19. Jahrhunderts ausgestellt. Erbaut von 1824 bis 1830 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels stellt die Friedrichswerdersche Kirche mit ihren Werken das wohl authentischste Gebäude seines Schöpfers dar.
Antikenrezeption in Motiv- und Formensprache ist ein wichtiges Merkmal der ausgestellten Bildwerke aus der Zeit vom späten 18. bis zum mittleren 19. Jahrhundert, die locker und beziehungsreich im Raum gruppiert sind, so dass sich beim Betrachter der Eindruck einer nahezu 'landschaftlichen Heiterkeit' einstellt. An zentraler Stelle steht der Originalgips für die Marmorgruppe der preußischen Prinzessinnen von Johann Gottfried Schadow.
