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Museum of Asian Art
11 October 2008
Die Kulturstiftungen des Bundes und der Länder fördern gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bis zum Jahr 2011 ein Programm zur Restaurierung und Konservierung von Kulturgütern. Dieses Förderprogramm beinhaltet auch ein Projekt unter dem Titel "Alterung von künstlichen Bindemitteln auf Wandmalereien". Es handelt sich hierbei um ein Projekt zur Erhaltung zentralasiatischer Wandmalereien von der nördlichen Seidenstraße. Sie befinden sich in der Sammlung des Museum für Asiatische Kunst und sollen ab 2015 im Humboldt-Forum am Berliner Schlossplatz präsentiert werden.
Auf den Erfahrungen der in den letzten 10 Jahren im Museum für Asiatische Kunst (vor dem Museum für Indische Kunst) durchgeführten Forschung, Konservierung und Restaurierung aufbauend, entwickelte ein dreiköpfiges Restauratorenteam ein Konzept für die ins 6. Jh. n. Chr. datierten Wandmalereien der sog. "Höhle der 16 Schwerträger" (Kizil, Xinjiang; China).
Ihre ungewöhnliche Bezeichnung verdankt die Höhle dem deutschen Indologen Albert Grünwedel, der sie im Rahmen der ersten preußischen Turfan-Expedition 1902 entdeckte und dokumentierte. Aufgrund der an den Seitenwänden des Umwandlungsganges dargestellten tocharischen Fürsten, den Stiftern der Höhle und ihrer Ausmalung, verlieh er ihr den Namen "Höhle der 16 Schwertträger".
Die Restauratoren/-innen haben sich im Rahmen des Forschungsprojektes folgende Zielstellungen gesetzt:
1. Lokalisierung aller zu dieser Kulthöhle gehörenden drei Malereigruppen in der Abfolge der Raumausmalung: sich in der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst befindende Malereien; in situ erhaltene Malereien; Kriegsverluste
2. Erforschung der Restaurierungsgeschichte (insbesondere des Auftrags von Kunststoffen zu Konservierungszwecken) und des Erhaltungszustandes der Malereien; Untersuchungen zu Abbau und Veränderung der natürlichen und künstlichen Bindemittel innerhalb der Malschichten und im Trägermaterial Lehm
3. Konservierung, Entrestaurierung und Restaurierung der Wandmalereien, mit dem Ziel eine Präsentation in räumlicher und ikonografischer Ablesbarkeit herzustellen
4. Erarbeitung eines Ausstellungskonzeptes der zur "Schwertträgerhöhle" gehörenden ca. 35 m² Wandmalereien des Museum für Asiatische Kunst, für das zukünftige Humboldt-Forum
Zur Durchführung des Projektes wurden verschiedene Kooperationen geschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Rathgen-Forschungslabor und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung wird eine Chemikerstelle mit Promotionsmöglichkeit eingerichtet. Ihre Aufgabe ist die Erforschung des physikalisch-chemischen Verhaltens der natürlichen und künstlichen Bindemittel während ihrer Alterung.
Des Weiteren sind die Universität Peking, das Kizil Heritage und das Museé Guimet in Paris als Partner für das Projekt angesprochen worden. Um in Berlin nicht zu beantwortende Fragen zu der Höhle und ihrer Ausmalung zu klären, ist im Jahr 2009 eine Forschungsreise der Arbeitsgruppe nach Kizil (China) geplant.
Ansprechpartner: Toralf Gabsch, Museum für Asiastische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin
Visitor Entrance:
Museum für Asiatische Kunst
Lansstraße 8 / Arnimallee 25
14195 Berlin
Public Transport:
U-Bahn U3 (Dahlem-Dorf)
Bus M11, X83 (U Dahlem-Dorf); 101 (Limonenstraße); 110 (Domäne Dahlem)