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Kunstbibliothek
14 June 2008
Die großzügigen Spenden, die auf dem ZDF Sommertreff 2007 eingeworben werden konnten, haben wesentlich geholfen, eine einzigartige Sammlung von Picassos Gebrauchsgrafik für die Kunstbibliothek zu erwerben.
Die rund 400 zwischen 1902 und 1972 entstandenen gebrauchsgrafischen Arbeiten Pablo Picassos hatte der Schweizer Sammler Bruno Margadant von 1949 an über fünf Jahrzehnte zusammengetragen. Er widmete sich jenen Zeugnissen Picassos, die - sieht man von den reinen Malerbüchern ab - für den Tag gedruckt waren.
"Für den Tag gedruckt" lautet auch der Titel der 2005 erschienenen Publikation von Katja Herlach, die die Sammlung Margadant ausführlich dokumentiert. Etwa die Hälfte der Sammlung konnte im gleichen Jahr in einer viel beachteten Ausstellung der Kunstbibliothek vorgestellt werden, nachdem sie in St. Gallen und Münster gezeigt wurde und eine weitere Station in Zürich hatte. Nun hat die gesamte Sammlung von Bruno Margadant in der Kunstbibliothek eine neue Heimat gefunden.
Die Arbeiten für Buch, Plakat und vor allem für Zeitungen und Journale hatten Picasso zeitlebens begleitet. Seine Freundschaften mit Literaten, Musikern und Theaterleuten, Galeristen und Verlegern führten folgerichtig zur Auseinandersetzung mit anderen Künsten und dem Buch. Picassos Popularität weckte zudem in Verlegern und Herausgebern den Wunsch, mit dem Erfolg versprechenden Markenzeichen Picasso der eigenen Idee und Produktion zu höherer öffentlicher Aufmerksamkeit zu verhelfen.
Abgesehen von dem großen Interesse Picassos an den Möglichkeiten der technischen Umsetzung seiner Entwürfe verstand er es, die Druck-Medien Plakat, Buch und Zeitschrift für die Verbreitung seiner geistigen und politischen, vor allem aber seiner künstlerischen Standpunkte zu nutzen.
Am bekanntesten sind seine Plakate, die sowohl für eigene Ausstellungen als auch für die alljährlichen Kunstgewerbeausstellungen in Vallauris wie für die dort stattfindenden Stierkämpfe warben. Zu den frühesten gehören seine Linolschnittplakate, die dieser grafischen Technik zeitweilig zu außerordentlicher Popularität verhalfen.
Der in St. Gallen lebende Sammler Bruno Margadant (geb. 1929) war einst Schriftsetzer und hatte schon früh begonnen, Plakate und ausgewählte Buchumschläge zu sammeln. 1988 konnte die Kunstbibliothek seine fast 3000 Exemplare umfassende Sammlung Schweizer Plakate erwerben.
An Picasso interessierte den Sammler zunächst der politische Picasso. Doch neben den Arbeiten, die Zeugnis ablegen vom politischen Engagement des Künstlers für die Résistance, die Kommunistische Partei Frankreichs oder die Welt-Friedensbewegung, trug Bruno Margadant Zeitschriften und Bücher zusammen, Buchumschläge, Kalender, Titelblätter für Programme und Notenhefte, darunter das für Strawinskys "Ragtime" von 1922 sowie Postkarten, für die Picasso Entwürfe lieferte. Diese selten zu findenden Ephemera sind eine Besonderheit und eine ebenso große Bereicherung der Sammlung Grafikdesign der Kunstbibliothek wie die Originalplakate, die die bereits vorhandene Sammlung wunderbar ergänzen.
Für die Sammlung Buchkunst konnten mit den aufwendig gestalteten Künstlerbüchern Picassos, zu denen "Le chant des morts" zu Pierre Reverdy von 1948, "Chronique des temps héroiques" (Max Jacob) von 1956, "Dujurnes" von 1962 und Jean Cocteau von 1962 zählen, lange gehegte Wünsche erfüllt und empfindliche Lücken in der Sammlung geschlossen werden.
Ohne den entscheidenden Beitrag der vielen Spender, wäre die Erwerbung so nicht möglich gewesen. Deshalb gilt allen Spendern unser herzlichster Dank.
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