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Museum Berggruen
26 February 2007
Am Freitag, dem 23. Februar 2007, starb Heinz Berggruen in Paris.
Den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Berlin und allen den Freunden der Kunst wird heute ab 10 Uhr im Museum Berggruen die Möglichkeit gegeben, ihre Anteilnahme am Tod Heinz Berggruens zu bekunden und ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Im Museum Berggruen an der Schloßstrasse 1 in Berlin-Charlottenburg liegt neben einem Porträt Heinz Berggruens ein Kondolenzbuch aus, in das sich die Trauernden eintragen können.
Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, zum Tod von Heinz Berggruen:
"Berlin, die Staatlichen Museen zu Berlin und die Kunstfreunde weit über Berlin hinaus verdanken ihm Unendliches. Seit 1996, seit der Eröffnung des Museums Berggruen, ging man "zu Berggruen". Weit über 1,5 Millionen Besucher haben seine dort unter dem Titel "Picasso und seine Zeit" präsentierte Sammlung erlebt.
Die einzigartige Privatsammlung des einzigartigen Kunsthändlers mit über 160 Meisterwerken von Picasso, Klee, Matisse und Giacometti vereint all jene Künstler, die Heinz Berggruen persönlich gekannt, deren Werk er geliebt und mit denen er gehandelt hat. Sie nahmen nun Eingang im westlichen Stüler-Bau und damit kehrten Meisterwerke der einst als "entartet" diffamierten Klassischen Moderne nach Berlin zurück, wo der nationalsozialistische Bildersturm so sehr gewütet hatte, daß die Nationalgalerie sich nie mehr von diesem staatlichen Raubzug erholt hat. In einer einzigartigen, von ihm sehr bewußt gesetzten Geste der Versöhnung gab Heinz Berggruen Berlin jene Kunst zurück, die ebenso wie er von Hitler-Deutschland geächtet und vertrieben worden war. Das Geschenk eines Museums ist eine einzigartige Geste der Versöhnung von Heinz Berggruen mit seiner Vaterstadt.
Nicht genug damit, hat uns Heinz Berggruen auch das Geschenk seiner Person gemacht. Regelmäßig in Berlin anwesend und in seinem Museum wirkend, hat er seine Sammlung beständig durch Neuerwerbungen erweitert, die nur ihm als souveränem Kenner des internationalen Kunstmarktes möglich waren. Er liebte sein Museum, er liebte seine Besucher und ihre Neugierde, und er liebte Berlin.
Die Kunstfreunde weit über Berlin hinaus sind Heinz Berggruen für sein großartiges Museum dankbar. Heinz Berggruen wurde geliebt in Berlin, das ihm 2004 die Ehrenbürgerwürde verlieh. Mit seinem stets klugen Rat hat er sich weit über die Kunst hinaus zu einer moralischen Autorität entwickelt.
Heinz Berggruen, in Paris und New York ebenso wie in Berlin zuhause, war als Weltbürger ein Geschenk für diese Stadt. Er lebte mit und für und durch die Kunst.
Heinz Berggruen hat die Staatlichen Museen zu Berlin unendlich beschenkt - durch seine Werke, durch seine geistige Präsenz und die Anmut seiner Persönlichkeit. Das in die Obhut der Nationalgalerie gegebene Meisterwerk seiner Sammlung ist uns sein höchstes und uns verpflichtendes Vermächtnis.
Wir, die Nationalgalerie, das Museum Berggruen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatlichen Museen zu Berlin trauern um Heinz Berggruen."
Der Eintritt in das Museum Berggruen ist bis einschließlich Sonntag, den 4.3.2007 frei, geöffnet ist bis dahin täglich von 10 bis 18 Uhr, jedoch schließt das Museum Berggruen am Freitag, den 2.3.2007 bereits um 14.30 Uhr.
Hinweis an die Redaktionen:
Der Nachruf zum Tod Heinz Berggruens und die Rede des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin, Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster anlässlich der Trauerfeier sind nachlesbar unter www.smb.museum/pressemitteilungen.