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Egyptian Museum and Papyrus Collection
1 December 2006
Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster,
und der Direktor des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, Dietrich
Wildung, vollziehen am Freitag, dem 1. Dezember 2006 in der antiken
Ruinenstadt Naga (Nordsudan) die feierliche öffentliche Übergabe des
Amun-Tempels an den sudanesischen Kulturminister und an die sudanesische
Altertümerverwaltung. Der Tempel wurde von einem Team des Ägyptischen
Museums Berlin ausgegrabenen und restauriert.
Nach Abschluß der zehnjährigen, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und
vom Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin finanzierten
Grabungen, präsentiert sich der im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaute Tempel als
das besterhaltene Tempelbauwerk des antiken sudanesischen Königreichs von
Meroe - der Nachbarkultur des ptolemäisch-römischen Ägypten.
Bereits 1844 hatte die preußische Ägypten-Sudan-Expedition unter Leitung von
Richard Lepsius die Ruinen von Naga besucht. Bis zum Projektbeginn 1995
blieb Naga aufgrund seiner schwer zugänglichen Lage inmitten der Wüsten des
Nordsudan unerforscht. Für die Kooperation zwischen Deutschland und dem
Sudan besitzt das Naga-Projekt einen hohen Stellenwert, da es einen
wichtigen Beitrag zur kulturellen und historischen Identität des Sudan als
der ältesten Hochkultur des afrikanischen Kontinents leistet.
Gleichzeitig mit der Wiedereinweihung des Amun-Tempels in Naga zeigt das
Ägyptische Museum im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel das
bedeutendste Fundobjekt der Grabungen: ein im Allerheiligsten des
Amun-Tempels intakt ausgegrabener, 1,6 Tonnen schwerer Altar. Dieser zeigt
in seinen außergewöhnlich qualitätvollen Reliefs den für das Königreich von
Meroe typischen Mischstil aus ägyptischen und afrikanischen Komponenten -
ein eindrucksvolles Zeugnis für die Rolle von Meroe als Brücke zwischen der
hellenistisch-römischen Welt des Mittelmeers und dem afrikanischen
Kontinent. In Berlin wird mittels 3-D-Scan-Verfahrens eine Replik
hergestellt, die am originalen Platz - im Amun-Tempel in Naga - aufgestellt
werden wird. Das Original ist Eigentum der sudanesischen
Altertümerverwaltung und ist sonst im Nationalmuseum von Khartum zu sehen.
Es erscheint eine reich bebilderte Buchpublikation über die Berliner
Grabungen im Sudan, die in der Publikationsabteilung der Staatlichen Museen
zu Berlin per e-mail publikationen@smb.spk-berlin.de angefragt werden kann
(bitte Postanschrift zum Versand angeben).