13. Februar 2008
Die Stiftung wurde 1968 gegründet, um "durch Ausstellung von Gegenständen der indischen Kunst die Volksbildung und durch Ausschüttung von Geldbeträgen die deutsche Indienforschung zu fördern, insbesondere soweit sie im Museum für Indische Kunst bei den Staatlichen Museen in Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) ihre Stätte findet."
Ernst Waldschmidt (1897-1985)
Nach dem Studium der Indologie, Tibetologie und Sinologie und seiner Promotion 1924 in Berlin bearbeitete Ernst Waldschmidt als Assistent Albert von Le Coqs die Handschriften und Kunstgegenstände der sog. "Turfan-Expeditionen" (1902-14) am Berliner Museum für Völkerkunde. Ab 1929 betreute er dort als Kustos und Nachfolger Le Coqs und Heinrich Stönners die Indische Abteilung. 1930 habilitierte sich Waldschmidt an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität. Auf seiner von der Baessler-Stiftung finanzierten Reise nach Indien und Sri Lanka (1932-34) erwarb er für das Museum zahlreiche Ausstellungsobjekte (Sammlung Waldschmidt). Im November 1934 wurde er zum Direktor und Professor am Museum für Völkerkunde ernannt.
Ab 1936 lehrte Ernst Waldschmidt bis zu seiner Emeritierung 1965 als Ordinarius für Indologie an der Universität Göttingen. Bereits 1957 schenkte er sein Haus und seine umfangreiche indologische Fachbibliothek der Göttinger Universität, und 10 Jahre später bestimmte er das Erbe seines Onkels Dr. Ernst Goormann zur Stiftung Ernst Waldschmidt. Waldschmidts wissenschaftliches Oevre umfaßt zahlreiche Werke zur Indischen und Zentralasiatischen Kunstgeschichte und der Buddhismuskunde.
Die Stiftung Ernst Waldschmidt besitzt 26 in den Staatlichen Museen zu Berlin aufbewahrte Kunstgegenstände. Sie finanziert die unregelmäßig erscheinenden Monographien zur Indischen Archäologie, Philologie und Kunst.
Ernst-Waldschmidt-Preis
Vergeben wird zudem seit dem Tode des Stifters alle 5 Jahre der Ernst-Waldschmidt-Preis von derzeit 3000-5000 Euro für wissenschaftlich wertvolle Publikationen deutscher Indologen, insbesondere aus den Spezialgebieten Waldschmidts. Dieser Preis kann auch als Druckbeihilfe eines bisher unpublizierten Werkes verliehen werden, insbesondere einer Dissertation, wenn die Arbeit von der zuständigen Fakultät oder dem Fachbereich bereits angenommen wurde. Bei gleichwertigen Arbeiten sind, laut Satzung, die von Mitarbeitern des (ehemaligen) Museums für Indische Kunst in Berlin ( heute: Kunstsammlung Süd-, Südost- und Zentralasiens des Museums für Asiatische Kunst) oder des Indologischen Seminars in Göttingen zu bevorzugen. Die Altersgrenze bei Einreichung beträgt 35 Jahre.
Liste bisheriger Preisträger
