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Haus der Commerzbank am Pariser Platz
Fri 5 December 2003 - Sun 11 January 2004
Haus der Commerzbank am Pariser Platz
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst präsentieren im Haus der Commerzbank erstmals die bedeutenden Silberfiguren des Reliquienschreins des Heiligen Patroklus aus Soest. Der zwischen 1313 und 1330 von dem Goldschmied Zigefridus angefertigte Schrein zählte zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Schatzkunst der Berliner Museen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fiel er dem Brand im Bunker Friedrichshain zum Opfer. Das Schreingehäuse in Gestalt eines gotischen Kirchengebäudes wurde dabei zerstört, einige der an ihm aufgestellten 16 Silberfiguren konnten jedoch gerettet werden. Zwei stark beschädigte Statuetten wurden schließlich im Bodemuseum im Osten der Stadt aufbewahrt, fünf weitere tauchten 1961 in New York im Kunsthandel auf und wurden für die West-Berliner Skulpturensammlung angekauft. Im Sommer diesen Jahres konnte dank der Unterstützung durch einen Pariser Kunsthändler und durch bedeutende Zuschüsse seitens des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins und der Kulturstiftung der Länder eine weitere, besonders qualitätsvoll gearbeitete Figur zurückerworben werden.
Das Kollegiatsstift St. Patrokli in Soest wurde um 954 durch den Kölner Erzbischof Bruno gegründet, der dem Stift auch die Gebeine des namengebenden Heiligen schenkte. Aus einem älteren Schrein wurden diese 1330 in den von Zigefridus angefertigten umgebettet. Der St. Patroklus-Schrein sollte 1841 in der Königlichen Münze in Berlin eingeschmolzen werden. Dies konnte der Generaldirektor der Berliner Museen, Ignaz von Olfers, jedoch verhindern. Er überzeugte Friedrich Wilhelm IV. den Patroklus-Schrein zum Preis von 3021 Talern für die Königliche Kunstkammer anzukaufen.
Presented by:
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Kulturstiftung der Länder
Kaiser-Friedrich-Museums-Verein