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Gemäldegalerie
Di 4. September 2012 - So 6. Januar 2013

Goldene Leisten
Schinkel rahmt Bilder

1822 erhält Karl Friedrich Schinkel den Auftrag zum Bau des Königlichen Museums am Lustgarten, heute "Altes Museum". Mit seiner Eröffnung am 3. August 1830, bekommt die Stadt Berlin nicht nur den ersten öffentlichen Museumsbau, sondern es beginnt auch die Geschichte der heutigen "Museumsinsel".

Skulpturen- und Gemäldesammlung sowie Kupferstichkabinett ziehen gemeinsam ins "Alte Museum". Abgesehen vom Museumsneubau ist Schinkel auch für dessen Einrichtung verantwortlich, inklusive Rahmung der Gemälde. 1.196 Gemälde wählt Gustav Friedrich Waagen, Direktor der Gemäldegalerie, 1827 zur Sammlungspräsentation aus, etwa die Hälfte ist ohne Rahmen. Schinkel steht vor der Aufgabe, innerhalb von drei Jahren Bilderrahmen für rund 600 Gemälde anfertigen zu müssen: "es fehlen 8782 laufende Fuß Leiste", in etwa 3000 m goldene Leisten!

Abgesehen von wenigen individuellen Bilderrahmen entwickelt Schinkel eine Art "Baukastensystem", das kosten- und zugleich zeitsparend ist. Vergoldete Holzleisten vom Meter in unterschiedlichen Profilen und Profilbreiten werden den Gemälden angepasst und mit vergoldeten Bleiornamenten, Drehstäben oder Zwickeln verziert. rnrnDen Beginn mit einem flüchtigen ersten Bilderrahmenentwurf über exakte Vorlagen für Handwerker bis hin zum fertigen "Schinkelrahmen", zeigt das Kupferstichkabinett im Kabinett der Gemäldegalerie. Zugleich sind die Gemälde, die noch heute in "Schinkelrahmen" in der Dauerausstellung hängen, gekennzeichnet.

Veranstalter:

Kupferstichkabinett

BildunterschriftKarl Friedrich Schinkel Vorlagenzeichnung zu: Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker 1837, Abt. II, Bl. 11, Graphitstift, über Vorzeichnung mit Graphitstift und Zirkel, auf Velínpapier, 49,2 x 33,7 cm
© Staatliche Museen zu BerlinEnde der Bildunterschrift