Bode-Museum
Skulpturensammlung im Bode-Museum
Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum
19. Dezember 2010, 20:30 Uhr
Bühne, Tanz für Erwachsene
Christoph Hagel und die Berliner Symphoniker interpretieren die Oper Mozarts neu.
Nach den Erfolgen von "Orpheus & Eurydike" und "Flying Bach" realisiert und präsentiert Regisseur und Dirigent Christoph Hagel sein neustes Projekt:
Vom 29. Oktober bis 19. Dezember inszeniert er die Oper "Titus" von Wolfgang Amadeus Mozart im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel.
Inhaltlich konzentriert sich Hagel auf die Dreiecksgeschichte des Werks, die Beziehungen und dramatischen Verflechtungen der Hauptfiguren Titus, Vitellia und Sesto. Einen Stoff, den griechische Mythensänger oder amerikanische Drehbuchautoren nicht besser hätten erfinden können.
Die Geschichte: Liebe, Begierde und Verrat
Die römische Edeldame Vitellia liebt den jungen Kaiser Titus auf fanatische Weise. Als er sie zurückweist, beauftragt sie den Höfling Sesto, Titus zu töten. Sesto ist der "femme fatale" Vitellia verfallen, Titus aber seit Kindestagen sein engster Freund. Zwischen Begierde und Freundschaft zerrissen, setzt Sesto das Kapitol in Brand und verübt einen Mordanschlag auf Titus. Dieser überlebt, Sesto wird der Prozess gemacht. Als er verurteilt wird, ohne die Auftraggeberin zu nennen, bereut Vitellia ihren perfiden Plan. Zu spät: auch die Vergebungsgeste von Kaiser Titus kann Sesto nicht mehr retten.
Der Hintergrund: Mozarts letzte Auftragskomposition
Im Sommer 1791 erhielt Wolfgang Amadeus Mozart aus Prag den Auftrag eine Oper zur Krönung Leopolds II zum König von Böhmen zu komponieren. Anders als in seinem Wohnort Wien war Mozart in Prag nach den Riesenerfolgen von "Figaro" und "Don Giovanni" ein gefeierter Komponist. Von ihm erwartete man eine Neuvertonung des vor allem bei Krönungen beliebten Titus-Werks. Mit Caterino Mazzolà zog Mozart einen erfahrenen Librettisten heran, der die hundert Jahre alte Vorlage von Metastasio nach seinen dramatischen Wünschen umgestalten sollte. Für Mozart war der Huldigungscharakter von "Titus" zweitrangig. Er widmete Titus, Vitellia und Sesto - diesen drei unlösbar miteinander verketteten Figuren - seine ganze Kunst. Für sie komponierte er Ensembles des Ausnahmezustands, Sesto legte er die großen Arien des Wahnsinns in die Kehle. Mozart schrieb "Titus" parallel zur "Zauberflöte". Am 6. September wurde "Titus" im Ständetheater in Prag uraufgeführt, nur fünfzehn Tage danach folgte die Weltpremiere der "Zauberflöte" in Wien. Mozart starb wenige Wochen später, am 5. Dezember 1791.
Die Neuinterpretation: "Titus" - Mozarts Oper im 21. Jahrhundert
Musik, Sprache, Bewegung: Christoph Hagel greift die Trinität seines Orpheusprojekts im Bode-Museum auf und geht einen Schritt weiter. In seiner "Titus"-Inszenierung werden die drei Hauptrollen gleichzeitig von jeweils einem Sänger und Schauspieler verkörpert, die großen Szenen durch Sprechtheaterversionen von Andreas Hass neu interpretiert. Martin Buczko, Solotänzer des Staatsballetts, tanzt den jungen Sesto zwischen Hamlet, Don Juan und heiligem Sebastian. Mozarts Herrscherchöre und drei weitere Rollen komplettieren die Aufführung, die von den Berliner Symphonikern unter Leitung von Dirigent Hagel begleitet wird.
Dramatische Dreiecksgeschichte, Crossover der ästhetischen Genres, spektakuläre Räume im Bode-Museum: Christoph Hagel macht "Titus" für ein heutiges Publikum neu erlebbar.
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Museumskassen der Staatlichen Museen zu Berlin,
Abendkasse während den Vorstellungen direkt am Spielort ab 18:00 Uhr
Info-Service: 030 266 42 42 42 (Mo-Fr 10:00 - 16:00 Uhr)
Zu allen weiteren Vorstellungen bis zum 19.12.2010 kann eine Führung gebucht werden.Thema der Führung ist "Macht, Liebe, Leidenschaft".
Neu: Zwischen dem 7. Dezember und dem 19. Dezember werden zusätzliche Termine angeboten.
18.45 Uhr Beginn der Führung
20.30 Uhr Beginn der Oper
Ort: Bode-Museum
Kosten: keine
Veranstalter:
TOCC CONCEPT GmbH
Besucher-Dienste der Staatlichen Museen zu Berlin