Das Humboldt-Forum:
Ort und Architektur

Vom Schloss aus wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Errichtung des Alten und später des Neuen Museums der Schritt auf die Museumsinsel als "Freistätte für Kunst und Wissenschaft" vollzogen. In der hier beheimateten Kunstkammer waren Kunst, Natur und Wissenschaft im Mikrokosmos der Sammlung vereint; gleichzeitig war sie, insbesondere in der Ideenwelt Gottfried Wilhelm Leibniz', ein Ort des lebendigen Umgangs mit den Objekten. Vom Schloss aus richtete sich auch die Neugier auf das Fremde und das Andere in der Welt, hier entstanden die ersten völkerkundlichen Sammlungen, die später ihren langen Weg über das Neue Museum bis nach Dahlem zurücklegten.
Nun kehren Kunst und Wissenschaft, aber auch Leibniz' Idee eines Wissenstheaters wieder in das Schloss zurück. Vor einem Jahr fiel die Entscheidung, den Architektenwettbewerb für das Humboldt-Forum im teilweise wieder zu errichtenden Berliner Schloss zu starten. 
In zwei Bundestagsbeschlüsse wurde 2002 und 2003 festgelegt, dass die drei Barockfassaden des Schlosses sowie weitere drei Seiten des Schlüter-Hofes im Inneren in ihrer ursprünglichen Form wiederzuerstehen hätten, der Rest solle modern gestaltet werden, darunter auch die vierte Fassade zur Spree hin. Das Humboldt-Forum in der Kubatur des Schlosses soll der Präsentation der außereuropäischen Kulturen gewidmet sein, und zwar in einer gänzlich neuen Form, so der zweite Teil des Beschlusses, der diesem Vorhaben seine zukunftsweisende Vision verleiht.