Die Sammlungen. The Collections. Les Collections
Anfang Februar 2013 - bis auf weiteres
Parallel zu großen Sonderausstellungen, wie der noch bis zum 7. April 2013 in der Historischen Halle zu sehenden Retrospektive "Martin Honert. Kinderkreuzzug", werden im Hamburger Bahnhof auf rund 10.000 qm Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie, der Sammlung Marx, der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof sowie der Sammlung Marzona gezeigt. Mit seinem Gesamtbestand an Kunstwerken von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart und seinem vielfältigen Ausstellungsprogramm zählt der Hamburger Bahnhof weltweit zu den größten Museen für zeitgenössische Kunst.Aktuelle Neuerwerbungen und Dauerleihgaben der Nationalgalerie sind im Westflügel des Hauptgebäudes zu sehen. Dabei erweitern die Arbeiten von Ryan Gander, Gregor Schneider und Rirkrit Tiravanija den Begriff des künstlerischen Selbstporträts; neben der Darstellung des eigenen Körpers als Miniatur wird dieser auf Räume und sogar auf ein Auto ausgedehnt. Der Werkkomplex von Joseph Beuys mit skulpturalen Arbeiten und Filmdokumenten schließt sich in den folgenden Räumen an. Bis Ende Mai 2013 besteht hier die besondere Gelegenheit, die Restaurierung der Installation "Richtkräfte für eine neue Gesellschaft" (1974) mitzuerleben, die sich seit 1976 im Besitz der Nationalgalerie befindet.
Im Ostflügel werden großformatige Farbfotografien der in Düsseldorf ausgebildeten Fotografen Thomas Struth und Andreas Gursky aus der Sammlung Marx gezeigt. Thomas Struths Aufnahmen von Besuchern in Kirchen- und Museumsräumen stehen den digital bearbeiteten Fotografien einer Bibliothek und der Singapurer Börse von Andreas Gursky gegenüber. Die dialogische Ausstellung "Nina Canell. Rolf Julius. Lautlos", die ebenfalls aus Sammlungsbeständen kuratiert wurde, befindet sich in den Ausstellungsräumen über dem Restaurant Sarah Wiener.
Weitere Hauptwerke aus der Sammlung Marx beherbergt die sogenannte Kleihueshalle, eine hohe, lichtdurchflutete Galerie, die im Zuge der Wiedereröffnung 1996 gebaut wurde. Neben den berühmten Porträts Andy Warhols von Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe oder Mao Tse Tung hängen hier Werke von Cy Twombly, Anselm Kiefer oder Robert Rauschenberg. Rauschenberg erfährt bis zum 30. Juni 2013 besondere Aufmerksamkeit durch eine filmische Dokumentation der von ihm mitinitiierten "9 Evenings: Theatre & Engineering". Dieses wegweisende Ereignis der Performance- und Medienkunst, für das Wissenschaftler, Ingenieure und Künstler eng zusammenarbeiteten, kann dank der Filme, die im Monatswechsel aufgeführt werden, neu entdeckt werden.
Von der Historischen Halle, in der vom 25. Mai 2013 "Body Pressure. Skulptur seit den 1960er Jahren", eine Sammlungspräsentation zur figurativen Skulptur - mit Werken von Bruce Nauman, Franz Erhard Walther, Paul McCarthy und Berlinde de Bruyckere - gezeigt wird, gelangt man zu den Rieckhallen, die seit 2004 dem Museum angegliedert sind. Die ehemaligen Speditionshallen wurden durch die Architekten Kühn Malvezzi für die Präsentation zeitgenössischer Kunst umgestaltet und zeigen in wechselnden Ausstellungen Werke der Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof in Dialog mit weiteren Sammlungsbeständen und temporären Leihgaben. Vom 23. Februar bis zum 18. August 2013 ist hier die Jubiläumsausstellung "Martin Kippenberger: Sehr gut | Very good" zu sehen, die den 60. Geburtstag des 1997 verstorbenen Künstlers feiert. Ergänzt wird diese Ausstellung durch die Präsentation von Kippenbergers sogenannten "weißen Bildern" im 1. Obergeschoss des Hauptgebäudes und durch eine Bodenarbeit des Künstlers im historischen Übergang des Ostflügels.
Dieter Roth / Björn Roth: Gartenskulptur, 1968ff, Schenkung von Friedrich Christian Flick, 19. Februar 2008 © SMB, Schenkung Friedrich Christian Flick
Joseph Beuys, Das Ende des 20. Jahrhunderts, 1982-83, Sammlung Marx © VG Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Thomas Bruns, Berlin

