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Provenienzforschung

Die Provenienzforschung und die damit verbundene Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut bezieht sich auf den Großteil der Erwerbungen aller Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin ab 1933. Ziel ist es, möglichst lückenlos die Provenienz der erworbenen Kunstwerke aus ehemals jüdischem Besitz nachzuweisen und damit zur Aufklärung der Eigentumsverhältnisse beizutragen. Hierfür werden die Schriftgutnachweise, Sammlungsinventare und Objektdokumentationen der betreffenden Museen und schließlich die im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin vorhandenen Archivalien ausgewertet. Unter Berücksichtigung der zahlreichen Aktenvorgänge (Kauf- und Leihvorgänge, Angebote, Anfragen, etc.) ist eine systematische Tiefenerschließung der substantiell inhaltsreichsten Akten der Nationalgalerie vorgenommen worden. Die hierdurch erhobenen Daten wie Künstlername, Titel des Kunstwerkes, Name des Anbieters oder Einlieferers, Aktensignatur und Blattnummer sowie weiterführende Verweise und Bemerkungen werden in einer Datenbank zusammengefasst. Dieses elektronische Findhilfsmittel dient als Recherche-Instrument und steht sowohl der hauseigenen Provenienzforschung als auch den Forschern anderer Institute als Datenquelle zur Verfügung.

Darüber hinaus erschien es außerdem zweckmäßig, den Ansatz zu erweitern und die Recherchen nicht ausschließlich auf die Provenienz ehemals jüdischen Kunstgutes zu beschränken, sondern zu den Berliner Erwerbungen jener Zeit gleichzeitig auch alle in den schriftlichen Quellen aufgeführten Künstler und Kunstwerke zu erfassen, die in den Akten entweder als Leih- oder als Kaufangebote nur schriftliche Erwähnung finden. Besonders die Auswertung der Ankaufs-, Angebots- und Leihakten wird der Provenienzforschung eine Fülle von Daten liefern, da den Museen vielfältige Kaufangebote durch den Kunsthandel aber auch aus Privathand offeriert worden sind. Hier erwachsen vielfältige Anknüpfungspunkte zu privaten wie öffentlichen Sammlungen, zu früheren ehemaligen Besitzern - es entstehen nachvollziehbare Provenienzen.


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