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Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum
24. Oktober 2007
24. Oktober 2007: Bewilligung des Exzellenzclusters "Topoi. The Formation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations"
Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat den von Freier Universität Berlin und Humboldt Universität Berlin gemeinsam konzipierten Exzellenzcluster "Topoi. The Formation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations" bewilligt. Neben den beiden Universitäten sind an diesem Forschungsprojekt auch die Staatlichen Museen zu Berlin sowie drei weitere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen (DAI, BBAW, MPI für Wissenschaftsgeschichte) prominent beteiligt.
Erstmalig bündelt dieses Großvorhaben die Berliner Stärken in der Erforschung der Antike. An keinem Ort in Deutschland sind die Kulturen der Alten Welt so präsent wie in den Staatlichen Museen zu Berlin: Auf der Museumsinsel stehen der Pergamonaltar und das Ischtartor mit seiner Prozessionsstraße aus Babylon neben zahlreichen anderen berühmten Denkmälern der antiken Zivilisationen des Mittelmeerraumes.
Die in Berlin so eindrucksvoll konzentrierten Forschungsstärken sind in dem neuen Exzellenzcluster erstmalig gebündelt. Verfolgt wird das Ziel, die Interdependenz von Raum und Wissen in den Zivilisationen des Vorderen Orients, des Mittelmeergebietes und des Schwarzmeerraums vom 6. Jahrtausend v. Chr. bis etwa in die Zeit um 500 n. Chr. zu erforschen. Von Seiten der Staatlichen Museen zu Berlin sind das Ägyptische Museum, die Antikensammlung und das Vorderasiatische Museum mit relevanten Forschungsinitiativen beteiligt.
Neben Forschungen, die von den enzyklopädischen Beständen der archäologischen Sammlungen der Museumsinsel ausgehen (Beispiel Pergamon), dienen auch aktuelle archäologische Forschungen des Ägyptischen Museums als Ausgangspunkt: So ist zum Beispiel in den heute im Sudan liegenden Landschaften am Nil bereits in der Antike das Wasser der limitierende Faktor für die landwirtschaftliche Nutzung und das Leben in der Region. Die dafür entwickelten Technologien der Wasserwirtschaft bilden daher ebenso einen Mittelpunkt des Interesses der Forschungen im Topoi-Projekt, wie die Rekonstruktion der antiken Umwelt, d.h. die Rekonstruktion der vor Tausenden von Jahren zur Verfügung stehenden Wassermengen und der Veränderungen des Wasserhaushaltes durch den Menschen.
Insgesamt reicht die Spannweite der Fragestellungen von der Rekonstruktion antiker Landschaften durch die Archäologie und Geowissenschaft über die Organisation von Räumen in einer historischen Perspektive sowie ihre Beschreibung in Bildern und Texten bis hin zu den wissenschaftlichen Konstruktionen von Räumen in der antiken Philosophie und Mathematik.
Die Staatlichen Museen sind aber nicht nur Orte der Forschung, sondern auch wichtiger Partner bei der Vermittlung des Wissens an eine breitere Öffentlichkeit. So soll am Ende der fünfjährigen Förderung eine große Ausstellung stehen, die die gemeinsamen Forschungsergebnisse zusammenfassend darstellt.
Weitere Informationen:
Sammlungen
Stiftung Preußischer Kulturbesitz


