Neue Skulptur im Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie: The Monument von Atelier Van Lieshout

14.09.2015
Kolonnadenhof

Am 14. September 2015 wird Atelier Van Lieshouts Reiterstatue "The Monument" in den Kolonnadenhöfen vor der Alten Nationalgalerie eröffnet. Diese speziell für diesen Ort entstandene Bronzearbeit wird für die nächsten zwei Jahre auf der Museumsinsel zu sehen sein. Der klare Bezug zum klassischen Reiterdenkmal, und somit der politisch-militärischen, repräsentativen Funktion eines solchen nationalen Monuments, wird hier auf kritisch-reflexiver Ebene mit dem Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV von Preußen (Alexander Calandrelli, 1875–1886) vor der Alten Nationalgalerie in Beziehung gesetzt.

Die Arbeit des Atelier Van Lieshout formuliert einen eindeutigen Kommentar auf die sozial-politische Vergangenheit des deutschen Reiches in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg. Die figürliche und bildnerische Sprache der Arbeit ist jedoch auch als eine warnende Geste in Richtung Gegenwart und Zukunft zu lesen.

Die Gegenüberstellung der Skulpturen und Monumente vor der Alten Nationalgalerie mit der Arbeit des Atelier Van Lieshout dient als Aufforderung zur differenzierten Betrachtung eines gemeinsamen kulturellen Erbes. Die Aufgabe des Museums, ein solches Erbe zu erhalten und zu vermitteln, wird durch dieses Projekt um die notwendige Perspektive einer kritischen Betrachtung der Geschichte erweitert.

Die Nationalgalerie verfolgt seit 2010 ein ambitioniertes, fortlaufendes Projekt, das die Geschichte der Nationalgalerie und ihrer repräsentativen Skulpturensammlung mit zeitgenössischen Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler in kritischen Dialog stellt. Die Projektreihe zur Rolle repräsentativer Denkmäler in der Skulptur der Gegenwart begann mit einer futuristischen Interpretation des Deutschen Künstlers Jonathan Meese (*1970), der hier für zwei Jahre die Arbeit "Die Humpty-Dumpty-Maschine der totalen Zukunft" zeigte.

Eröffnung: 14. September 2015, 18 Uhr

Das Projekt wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Königreich der Niederlande und des Mondriaan Fund sowie durch großzügige Unterstützung von privater Seite.

Interview mit Joep van Lieshout