Florian Illies erhält den Max J. Friedländer-Preis des Berliner Kupferstichkabinetts 2016

07.06.2016
Kupferstichkabinett

Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin verleiht am 7. Juni 2016 zum zweiten Mal den zu Ehren des Kunsthistorikers Max J. Friedländer ausgelobten Preis. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde von dem Berliner Mäzen Christoph Müller gestiftet. Preisträger 2016 ist der Kunsthistoriker, Journalist, Verleger, Essayist, Buchautor und Kunsthändler Florian Illies.

Der deutsche Kunstsammler, Mäzen und ehemalige Verleger Christoph Müller äußert sich folgendermaßen zu seinen Motiven für diese Stiftung: „Als Stifter des Max J. Friedländer-Preises habe ich schon seit langem das Bedürfnis, etwas zu tun, um die im Vergleich mit Wilhelm von Bode in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannte und biografisch unzureichend erforschte Rolle Friedländers (Berlin 5.6.1867-11.10.1958 Amsterdam) in ehrende Erinnerung zu rufen. Als langjähriger Direktor des Kupferstichkabinetts (1908-1930) und später kommissarischen Leiters der Gemäldegalerie (1930-33) war Friedländer maßgeblich am Ausbau der Staatlichen Museen zu Berlin beteiligt, und gilt in der Kunstwelt bis zum heutigen Tag als meistzitierte Referenzgröße für den Kenntnisstand der gesamten altniederländischen Kunst. Nicht zuletzt ist er aber auch als glänzender Stilist ein zeitloses Vorbild. Von Kunst und Kennerschaft, sein essayistisches Meisterwerk, kann als Kompendium souveränen Wissens über alle Kunstfragen für jedermann verständliche Auskünfte geben; als das Büchlein 1946 im Europa-Verlag und erstmals als Taschenbuch 1955 bei Ullstein erschien, wurde sein Autor, auch menschlich, als großes Leitbild unserer Gegenwart gleichgesetzt mit Sigmund Freud, Albert Einstein, Max Weber und Albert Schweitzer.“

Für den Preis, den eine Jury – bestehend aus dem Stifter, dem Direktor des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin und dem dortigen Kurator der Niederländischen Kunst – nicht auf Bewerbung, sondern auf internen Vorschlag hin vergibt, kommen abgeschlossene Leistungen oder auch weit fortgeschrittene Projekte infrage, die sich mit den Beständen des Berliner Kupferstichkabinetts oder dem Lebenswerk Max J. Friedländers beschäftigen. Mit dem Preis, der zunächst fünf Mal alle zwei Jahre vergeben wird, kann aber auch speziell der/die Altniederländer-Kurator/in eines Museums oder ein/e kulturgeschichtlich besonders brillanter Schriftsteller/in bedacht werden.

2016 hat die Jury den Kunsthistoriker, Journalisten, Verleger, Essayisten, Buchautor und Kunsthändler Florian Illies zum Preisträger gewählt. Der Preis wird am 7. Juni 2016 im Beisein von Tim Renner, Kulturstaatssekretär – Senat für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, und Christina Haak, stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin, vom Direktor des Kupferstichkabinetts, Heinrich Schulze Altcappenberg, übergeben.

Geboren am 4. Mai 1971 im osthessischen Schlitz, schloss Florian Illies das Studium der Kunstgeschichte mit einer Magisterarbeit über „Gustav Friedrich Waagen in England“ ab. Schon früh war er als Journalist tätig, nach den Lehrjahren ab 1999 u.a. bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als Redakteur und später als Leiter des Feuilletons, dann als Gründer, Herausgeber und Chefredakteur des Kunstmagazins „Monopol“, später bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ und beim „ZEITmagazin“. Seit 2011 ist Florian Illies Gesellschafter des Auktionshauses Villa Grisebach in Berlin. Seine Bücher „Generation Golf“ (2000) und „1913: Der Sommer des Jahrhunderts“ (2012) wurden Bestseller. Seine jüngeren Texte über Adolph Menzel, Max J. Friedländer – den Namensgeber unseres Preises – und über Schefflers „Berlin - Ein Stadtschicksal“ sind nicht nur inhaltlich sehr treffend, sondern auch hoch intelligent und anregend geschrieben.

Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin ehrt in Florian Illies den kulturgeschichtlich besonders brillanten Schriftsteller. In der essayistischen Zuspitzung, sprachlichen Meisterschaft und Verehrung der Kennerschaft kommt Illies dem Werk und dem Wirken Max J. Friedländers nahe.