FREIRAUM – DENKRAUM – PLATTFORM - Eröffnung des Vermittlungslabors lab.Bode im Bode-Museum

29.09.2017
Bode-Museum

Das Bode-Museum auf der Museumsinsel Berlin wird bis Ende 2020 zum Experimentierfeld für die Vermittlungsarbeit an Museen. Das Vermittlungslabor „lab.Bode“ wurde am Donnerstagabend offiziell von der Kulturstiftung des Bundes und den Staatlichen Museen zu Berlin gemeinsam mit den Direktor_innen und Mitarbeiter_innen der Partnermuseen aus ganz Deutschland eröffnet.

Mit dem Vermittlungslabor und einem bundesweiten Volontärsprogramm an 21 Museen in ganz Deutschland zeigt „lab.Bode-Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“, was Vermittlungsarbeit auszeichnet und was sie bewirken kann.

Für das Modellprojekt wurde von der Architektengruppe raumlabor berlin für drei Säle im Sammlungsrundgang des Bode-Museums ein räumliches Konzept entworfen und umgesetzt. Diese dienen lab-Bode nun als sichtbare Aktions-, Arbeits- und Präsentationsräume. Unter den Bezeichnungen „Denkraum“, „Freiraum“ und „Plattform“ werden Sie künftig von den verschiedenen Akteuren des Programms genutzt, darunter neun Berliner Schulen, die als Partner für das Programm gewonnen wurden. Darüber hinaus können sich Museumsbesucher_innen in den Räumen über das lab.Bode informieren, recherchieren sowie Fragen und Kommentare zu den Projekten und zur Museumssammlung hinterlassen.

Bis 2020 fördert die Initiative lab.Bode im Rahmen eines weitreichenden Programms zudem 21 wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung. Bundesweit konnten sich Museen mit Sammlungsschwerpunkt Kunst bewerben, um der Vermittlungsarbeit an ihrer Institution einen höheren Stellenwert einzuräumen und erstmalig eine wissenschaftliche Volontariatsstelle im Bereich Vermittlung einzurichten. Die Aktivitäten des Volontärsprogramms und des Vermittlungslabors sind eng miteinander verknüpft. Die Volontär_innen nehmen im Rahmen des Programms, das in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel umgesetzt wird, an einem umfassenden Fortbildungsprogramm teil. Zudem werden sie zeitweise an den Schulprojekten im Bode-Museum mitarbeiten. In der Zusammenarbeit mit den Projektteams im Bode-Museum soll die Arbeit in interdisziplinären Teams erprobt und dadurch auch ein berufliches Netzwerk geknüpft werden.

Ein öffentliches Diskursprogramm im Bode-Museum, das sich an ein Fachpublikum und die weitere interessierte Öffentlichkeit richtet, fördert begleitend den Austausch über aktuelle Ansätze, Theorien und Perspektiven der Vermittlungsarbeit an Museen. Wissenschaftler_innen und Expert_innen, die sich durch ihre Tätigkeit und Expertise innerhalb der Themenspektren Bildung, Vermittlung, Museum und Schule auszeichnen, werden als „Critical Friends“ regelmäßig in die Initiative eingebunden. Sie erweitern die Arbeit von lab.Bode durch eine Außenperspektive, geben Impulse und tragen zu einer reflektierten Praxis bei. Die im Rahmen des gesamten Programms lab.Bode entwickelten Methoden, Konzepte und Projekte münden in einem digitalem Baukastensystem, auf das interessierte Museen und Akteure der kulturellen Bildung künftig zurückgreifen können.

Julien Chapuis, Leiter des Bode-Museums: „Wir sind sehr glücklich, Wegbereiter der Initiative lab.Bode zu sein. Die Objekte im Bode-Museum umfassen und vermitteln das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen – seine Hoffnungen und Ängste, sein Streben und seine Begierden. Sie eignen sich deshalb hervorragend als Ausgangspunkt für Reflektionen, Gespräche, Interventionen und Veranstaltungen zu Themen, die nicht nur für Erwachsene, sondern ganz besonders für Kinder und Jugendliche hochrelevant sind, und von ihnen mitgestaltet werden sollten.“

Hortensia Völckers, Vorstand und Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes: „Wir brauchen dringend Vorreiter – Museen, die ihrer Vermittlungsarbeit einen großen Stellenwert einräumen und dafür konzeptionell und praktisch, räumlich und personell, unübersehbare Signale setzen. lab.Bode könnte eine solche Vorreiterrolle übernehmen. Die Voraussetzungen dafür haben wir jedenfalls geschaffen. 5,6 Mio € stellen wir in den kommenden Jahren für das Labor zur Verfügung. Die enorm große Anzahl der Bewerbungen von Museen aus ganz Deutschland für das bundesweite Volontärsprogramm hat gezeigt, dass der Bedarf sehr groß ist. Die Erwartungen sind auf allen Seiten hoch, ab heute gilt es, sie mit vereinten Kräften nach und nach zu erfüllen.“

Heike Kropff, Leiterin der Abteilung Bildung/Kommunikation der Staatlichen Museen zu Berlin: „lab.Bode ist ein Impulsgeber und Motor für die gesamte Bildungs- und Vermittlungsarbeit der Staatlichen Museen zu Berlin. Im Rahmen der Initiative entwickeln wir Ideen für innovative Raumkonzepte, die sich an den Bedürfnissen unserer Besucherinnen und Besucher orientieren. Diese lassen sich perspektivisch nicht nur im Bode-Museum, sondern auch in anderen Museen realisieren. Die Erfahrungen, die wir in der intensiven Zusammenarbeit mit den Partnerschulen machen und in Form eines Baukastensystems systematisieren werden, werden wir zur Etablierung von Bildungspartnerschaften in unserem gesamten Museumsverbund nutzen können. Ein großes Glück ist es, im lab.Bode mit Expertinnen und Experten aus aller Welt über aktuelle Fragestellungen der Bildungs- und Vermittlungsarbeit in Museen diskutieren zu können. Ich hoffe sehr, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Häuser vom Schwung des lab.Bode mitreißen lassen.“

Weitere Informationen zu „lab.Bode – Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen“ finden Sie in Kürze auf www.lab-bode.de.