Die Wikinger - Ein Schiff wird kommen - Roskilde 6

14.08.2014
Martin-Gropius-Bau

Die große Ausstellung "Die Wikinger" des Museums für Vor- und Frühgeschichte im Martin-Gropius-Bau zeigt ab dem 10. September einen der spektakulärsten Archäologiefunde des letzten Jahrhunderts: das Kriegsschiff Roskilde 6. Es wurde 1997 zusammen mit mehreren anderen, etwa 1000 Jahre alten Schiffswracks im Roskilde-Fjord in Dänemark gefunden und ist mit 37 Metern Länge und knapp vier Metern Breite das größte bisher bekannte Wikingerschiff.

Nach einem langjährigen, behutsamen Konservierungsprozess, der erst 2012 abgeschlossen wurde, wird das Schiff nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert - Berlin ist nach Kopenhagen und London dritte Station der Kooperationsausstellung des Dänischen Nationalmuseums Kopenhagen, des British Museums London und der Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Aufbauarbeiten an dem Schiff werden bis Ende August abgeschlossen sein. Ein Teil des Bodens und der gesamte 32 Meter lange Kiel des Originalschiffes wurden in eine moderne Stahlrekonstruktion eingebettet und bilden den Mittelpunkt der Wikinger-Ausstellung.

Mit ihrer Größe füllt die Roskilde 6, die einst bis zu 78 Ruderer trug, den Lichthof des Martin-Gropius-Baus so aus, dass Bug und Heck bis in den Wandelgang hineinreichen. Damit ist es das größte Exponat, das bisher im Martin-Gropius-Bau gezeigt wurde. Zusammen mit dem Originalsegel des Wikingerschiff-Nachbaus "Havhingsten fra Glendalough" (Seehengst von Glendalough) bildet es ein äußerst imposantes Ensemble und vermittelt einen lebendigen Eindruck davon, wie die Wikingerschiffe vor 1000 Jahren gewirkt haben müssen.

Schiffe waren für die Wikinger nicht nur Transportmittel, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft präsent: in Kunst, Religion, Architektur und Symbolik. In keiner anderen Epoche der Geschichte Skandinaviens waren Schiffe, Seefahrt und Gesellschaft so eng miteinander verknüpft wie in der Wikingerzeit. Aus diesem Grund bildet die Roskilde 6 in seiner einzigartigen Rekonstruktion den markanten Mittelpunkt der Ausstellung: Daraus leiten sich die Themen "Kontakte und Austausch", "Krieg und Eroberung", "Macht und Herrschaft" sowie "Glaube und Ritual" ab.

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Die Wikinger

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