Auf dem Weg zum Humboldt Forum: Die Restaurierung der mehr als 40 Meter langen Angkor Vat Reliefs

20.04.2016
Museen Dahlem

Die fast in Vergessenheit geratenen Abgüsse der prächtigen Reliefs der kambodschanischen Tempelanlage Angkor Vat aus dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin werden derzeit umfassend restauriert. Mit der Neukonzeption der Ausstellungsgestaltung für das Humboldt Forum stehen die Objekte nun wieder im Fokus der Kuratoren und Gestalter. In einer großen Restaurierungskampagne der Staatlichen Museen zu Berlin werden die Reliefs derzeit auf ein neues Hängesystem überführt und Abstoßungen, Brüche und Fehlstellen ergänzt.

Angkor Vat, die großartigste Schöpfung der Khmerarchitektur, entstand bis Mitte des 12. Jahrhunderts im Auftrag des Königs Suryavarman II., der zeitweise neben dem chinesischen Kaiser mächtigster Herrscher Asiens war. Die Reliefs erzählen Legenden und berichten von Heldentaten ihrer Hauptgestalten Krishna und Rama als Inkarnation des Gottes Vishnu, mit dem sich Suryavarman identifizierte.

So atemberaubend schön die Darstellungen sind, so abenteuerlich ist auch die Geschichte ihrer Nachbildungen. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erworbenen Abgüsse galten seit der Zerstörung großer Bestände der Indischen Abteilung des alten Völkerkundemuseums im Zweiten Weltkrieg als vernichtet. Anfang der 1980er Jahre wurden 442 Papierformen in der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin zufällig wiederentdeckt. 100 zusammengehörende Szenen wurden ausgewählt und neue Abgüsse hergestellt. Diese wurden dann nach historischen Vorlagen farbig gefasst und in die Südoastasiengalerie des damaligen Museum für Indische Kunst eingebaut. Mit dem Umbau des Dahlemer Museums wurden die Objekte 1997 aus der Dauerausstellung entfernt.