3D-Modell des Pergamonaltars

24.05.2016
Pergamonmuseum

Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel wird das Pergamonmuseum seit 2013 abschnittsweise saniert, der Saal mit dem Pergamonaltar ist seit Herbst 2014 bis voraussichtlich 2019 geschlossen. Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin realisierte gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) einen aufwendigen 3D-Scan des mehr als 2.000 Jahre alten Meisterwerkes hellenistischer Kunst. 

Mit einem Laserscanner, der im Ausstellungsgebäude nach und nach an 51 Positionen platziert wurde, ermittelten die Fraunhofer-Forscher innerhalb einer Woche insgesamt 176 Millionen 3D-Punkte pro Messung. Sie erreichten damit ein Scanergebnis von fünf Millimetern Auflösung.

Der 113 Meter lange Gigantomachie-Fries wurde zudem zeilen- und spaltenweise entlang einer berechneten Matrix in fünf Ausrichtungen automatisiert abfotografiert. Dabei entstanden insgesamt 8.065 2D-Farbbilder mit 24,2 Megapixeln pro Bild. Aus diesem Bildersatz ließ sich ein 3D-Modell des Frieses mit einer Auflösung von 300 Mikrometern errechnen.

Beide Scanverfahren wurden nun aufwendig in ein 3D-Modell zusammengeführt, das in höchster Auflösung rund 90 Gigabyte umfasst und sich aus etwa 580 Millionen Dreiecken zusammensetzt. Es wurde am 24. Mai 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und steht nun für zahlreiche Verwendungen in Forschung, Museumspräsentation oder Reproduktion zur Verfügung.

Auch für Besucher ist dies eine positive Nachricht, denn der Pergamonaltar kann bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten im Pergamonmuseum nun zumindest online besucht werden.

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