Das Foto zeigt ein Gefäß (Aquamanile) in Vogelform Bronze, Iran (?), um 800.
© Gefäß (Aquamanile) in Vogelform Bronze, Iran (?), um 800 , © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst / Jürgen Liepe

Frühe Hauptstädte Islamischer Kultur. Das künstlerische Erbe des umaiyadischen Damaskus und des abbasidischen Bagdad (660-950)

14.10.2014
Museum for Islamic Civilization, Sharjah

Das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin ist in Sharjah, der islamischen Kulturhauptstadt 2014, mit einer bahnbrechenden Ausstellung über das frühe urbane Erbe des Islam zu Gast. Die Ausstellung und Ausbildungsworkshops sind Teil einer fortlaufenden Kooperation zwischen Berlin und Sharjah.

Eröffnung der Ausstellung ist am 14. Oktober 2014 im Museum for Islamic Civilisation in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate).

Die Ausstellung (15.10.2014 bis 17.1.2015)

Das Museum für Islamische Kunst präsentiert in Sharjah eine bedeutende Ausstellung über das kulturelle künstlerische Vermächtnis von Damaskus und Bagdad, der ersten beiden Hauptstädte der islamischen Welt. Erstmals werden seltene archäologische Funde und ausgesuchte Meisterwerke aus den ersten Jahrhunderten des Islam derart präsentiert und durch anschauliche Grafik und kurze pädagogische Filme vermittelt. Sie werfen Licht auf eine welthistorisch bedeutende Epoche: den Übergang von der vorislamischen Spätantike zur islamischer Kultur. Sie zeigen die Fortführung, Aneignung und Anpassung antiker Formen, Techniken und ästhetischer Praktiken, aber auch die bahnbrechenden Innovationen der Zeit.

Die genau 100 Objekte aus Berlin sollen den unterschiedlichen Besuchergruppen einen Einblick in eine der faszinierendsten Perioden der Menschheitsgeschichte ermöglichen, als eine neue Kultur aus den künstlerischen Traditionen und dem Erbe der Spätantike wuchs. Die ausgestellten Funde stammen sowohl aus umaiyadischen und abbasidischen Palastanlagen, Haupt- und Residenzstädten - also aus der Zeit der ersten beiden islamischen Dynastien. Präsentiert werden die umaiyadischen "Wüstenschlösser" Khirbet al-Minya (705-15), Qusayr Amra (~730ger) und der berühmte Palast Mschatta (~744) sowie die gigantische Residenzstadt Samarra (9. Jh.). Archäologische Funde aus der altpersischen-sasanidischen Hauptstadt und frühislamisch Provinzhauptstadt Ktesiphon im Irak (5.-7.Jh.) dienen als Beispiel für die Inspirationsquellen und Grundlagen islamischer Kunst. Diese außergewöhnlichen Objekte aus der Sammlung des Museums für Islamische Kunst kamen als Fundteilung eigener archäologischer Forschung und Schenkungen nach Berlin. Die archäologischen Schätze werden in einer anregenden Ausstellungslandschaft präsentiert.

Die beiden Museen

Das Museum für Islamische Kunst, das sich im berühmten Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin befindet, ist eines der führenden Museen zur islamischen Kunst und Archäologie weltweit. Die archäologischen Funde und Meisterwerke aus den ersten Jahrhunderten islamischer Zeit sind ein besonderer Sammlungsschwerpunkt und werden seit der Gründung des Museums durch Forschungsprojekte begleitet. Durch die jährlich bis zu einer Millionen Besucher des Museum für Islamische Kunst aus aller Welt und Verbreitung seiner pädagogischen Materialeien an über 500 Schulen deutschlandweit übernimmt das Haus in der Vermittlung der herausragenden zivilisatorischen Leistungen islamischer Kulturen in Kunst und Architektur international eine wichtige Stellung ein.

2014 feiert das Emirat von Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten seine Nominierung als Hauptstadt islamischer Kultur, eine Auszeichnung, die Sharjahs Errungenschaften in Kunst, Kultur und Bildung honoriert und den Status des Emirat als einen kulturellen Knotenpunkt in der modernen arabisch-islamischen Welt bestätigt.

Aus Anlass der Feierlichkeiten in Sharjah als Hauptstadt der islamischen Kultur 2014, kooperierten das Sharjah Museum of Islamic Civilisation und das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen der 2013 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen den Sharjah Museumsbehörden, dem Goethe Institut und den Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Kooperation Berlin-Sharjah

Im April 2013 wurde der Grundstein für eine deutsch-arabische Zusammenarbeit im musealen Bereich gelegt. Die Staatliche Museen zu Berlin, das Goethe-Institut und das Sharjah Museums Department (Vereinigte Arabische Emirate) vereinbarten eine langfristige Kooperation, in deren Mittelpunkt gemeinsame Ausstellungsprojekte und ein intensiver Austausch über die Museumsarbeit stehen. Das Sharjah Museums Department ist mit 16 Museen der größte Museumsverbund in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Staatlichen Museen zu Berlin sind der größte Museumverbund in Deutschland. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der museologischen Weiterbildung des Personals des noch vergleichsweise jungen Museumsverbundes in Sharjah.

"Es sind nicht die Kulturen, die uns voneinander trennen, es sind die persönlichen Geschichten, die uns verbinden", dieses Resümee einer Teilnehmerin des Kurses "Learning with Objects and Visitors", der im Rahmen der Kooperation im Februar 2014 in Sharjah stattfand, könnte die Überschrift sein für das gesamte Trainingsprogramm der Staatlichen Museen zu Berlin und Goethe-Institute für die Kolleginnen vom Golf. Deswegen stehen nicht nur der professionelle Austausch über Konservierungstechniken, Vermittlungspraktiken und Marketingstrategien im Zentrum, sondern auch der persönliche Austausch der Museumsmitarbeiter vom Golf und aus Berlin.

Ein Begleitbuch zur Ausstellung erschien bei Hirmer. Text: Englisch | Arabisch
72 Seiten, 84 Abbildungen überw. in Farbe zu 29,90 Euro (Weitere Informationen)

Weitere Informationen im Pressebereich

Pressebilder

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum e. V.

Sharjah Museum for Islamic Civilisation

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