Provenienzforschung am Zentralarchiv

2008 wurde am Zentralarchiv eine unbefristete Wissenschaftlerstelle für die Provenienzforschung an den Staatlichen Museen zu Berlin eingerichtet. Aktuell im Zentrum des politischen Interesses steht die Suche nach Kulturgut, das während der nationalsozialistischen Diktatur, insbesondere aus jüdischem Besitz, entzogen wurde. Darüber hinaus werden am Zentralarchiv vielfaltige Eigentumsfragen zu Objekten der vormals Königlichen, heute Staatlichen Museen zu Berlin recherchiert.

Das Zentralarchiv bewahrt für die Provenienzforschung unzählige wertvolle Quellen, die stetig erschlossen werden. Sie können in vielfältigen Recherchen über Herkunft und schwierige Eigentumsfragen von Objekten der Museen Auskunft geben. Seit vielen Jahren unterstützt das Zentralarchiv Forschungen zu Bestands- und Fremdbesitzkatalogen. Es war von Beginn an ein wichtiger Partner bei der Bearbeitung der stetig wachsenden Zahl von Auskunftsersuchen und Restitutionsbegehren, die an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gestellt werden.

Auf die steigenden Anforderungen in der Provenienzforschung reagierte das Zentralarchiv bereits 2002 mit dem Aufbau einer Datenbank, mit deren Hilfe ausgewählte Aktenreihen der Nationalgalerie aus dem Zeitraum von 1918 bis 1945 einer sogenannten Tiefenerschließung unterzogen worden sind. Die Datenbank erlaubt in direktem Zugriff auf die Quellen zielgerichtete Abfragen nach einzelnen Kunstwerken, nach Künstlern, Kunsthändlern und Galerien sowie privaten Sammlern respektive Eigentümern von Objekten. Sie reduziert damit den zeitlichen Aufwand der Recherche in den Archiven sowohl für die eigene sammlungsbezogene Provenienzforschung der Staatlichen Museen zu Berlin als auch für externe Forscher erheblich.

Provenienzforschung an den Staatlichen Museen zu Berlin