Forschung

Forschung zur Geschichte der Museen
Das Zentralarchiv versteht sich als "historisches Gedächtnis" der Staatlichen Museen zu Berlin und als ein Ort, an dem Forschungen zur Geschichte der Königlichen/Staatlichen Museen zu Berlin durch die hier bewahrten archivalischen Quellen ermöglicht, befördert und publiziert werden.

Neben der Unterstützung von Ausstellungsprojekten und Sammlungskatalogen der Staatlichen Museen zu Berlin steht dafür seit 2012 eine eigene wissenschaftliche Schriftenreihe des Zentralarchivs zur Verfügung, die im weitesten Sinne "Schriften zur Geschichte der Berliner Museen" umfassen soll. Mit den "Berliner Museen" sind explizit die Staatlichen Museen zu Berlin, vormals Königliche Museen beziehungsweise preußische Kunstsammlungen, und ihre seit der Gründung 1830 eng mit Berlin verknüpfte Geschichte gemeint. In der Schriftenreihe erscheinen sowohl kritische Quelleneditionen als auch thematische Sammelbände oder Einzeldarstellungen zu Sammlungen, Personen, Museumsgebäuden oder damit verbundenen Fragestellungen. Die Schriftenreihe des Zentralarchivs versteht sich als Plattform für wissenschaftliche Publikationen zur Geschichte der Museen, die vorzugsweise auf Quellen des Zentralarchivs basieren und von Mitarbeitern der Museen oder des Zentralarchivs und/oder externen Wissenschaftlern erarbeitet werden.

Schriften zur Geschichte der Berliner Museen
Band 1: Kunst-, Welt- und Werkgeschichten. Die Korrespondenz zwischen Hans Posse und Wilhelm von Bode von 1904 bis 1928, hrsg. von Bernhard Maaz, mit Beiträgen von Petra Winter, Köln 2012
Band 2: Zwischen Politik und Kunst. Die Staatlichen Museen zu Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus, Sammelband mit 23 Beiträgen, hrsg. von Jörn Grabowski und Petra Winter, Köln 2013
Band 3: Zum Kriegsdienst einberufen. Die Königlichen Museen zu Berlin und der Erste Weltkrieg, hrsg. von Petra Winter und Jörn Grabowski, September 2014
Band 4: Jörn Grabowski: Leitbilder einer Nation. Zur Geschichte der Berliner Nationalgalerie, hrsg. von Petra Winter, 2015 (in Vorbereitung)

Provenienzforschung
2008 wurde am Zentralarchiv eine unbefristete Wissenschaftlerstelle für die Provenienzforschung an den Staatlichen Museen zu Berlin eingerichtet. Aktuell im Zentrum des politischen Interesses steht die Suche nach Kulturgut, das während der nationalsozialistischen Diktatur, insbesondere aus jüdischem Besitz, entzogen wurde. Darüber hinaus werden am Zentralarchiv auch Eigentumsfragen zu Objekten der vormals Königlichen, seit 1918 Staatlichen Museen zu Berlin recherchiert.

Das Zentralarchiv bewahrt für die Provenienzforschung unzählige wertvolle Quellen, die stetig erschlossen werden. Sie können in vielfältigen Recherchen über Herkunft und schwierige Eigentumsfragen von Objekten der Museen Auskunft geben. Seit vielen Jahren unterstützt das Zentralarchiv Forschungen zu Bestands- und Fremdbesitzkatalogen. Es war von Beginn an ein wichtiger Partner bei der Bearbeitung der stetig wachsenden Zahl von Auskunftsersuchen und Restitutionsbegehren, die an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gestellt werden.

Auf die steigenden Anforderungen in der Provenienzforschung reagierte das Zentralarchiv bereits 2002 mit dem Aufbau einer Datenbank, mit deren Hilfe ausgewählte Aktenreihen der Nationalgalerie aus dem Zeitraum von 1918 bis 1945 einer sogenannten Tiefenerschließung unterzogen worden sind. Die Datenbank erlaubt in direktem Zugriff auf die Quellen zielgerichtete Abfragen nach einzelnen Kunstwerken, nach Künstlern, Kunsthändlern und Galerien sowie privaten Sammlern respektive Eigentümern von Objekten. Sie reduziert damit den zeitlichen Aufwand der Recherche in den Archiven sowohl für die eigene sammlungsbezogene Provenienzforschung der Staatlichen Museen zu Berlin als auch für externe Forscher erheblich.

Das Zentralarchiv arbeitet eng mit der Arbeitsstelle für Provenienzforschung/-recherche am Institut für Museumsforschung zusammen.

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Leiter: Dr. Jörn Grabowski