Über die Sammlung

Die Sammlung des Vorderasiatischen Museums ist im Südflügel des Pergamonmuseums zu finden. Zu ihren Kunstwerken gehören weltberühmte Stücke, die aus wissenschaftlichen Ausgrabungen nach Berlin gelangten. Sie entstammen den sumerischen, babylonischen, assyrischen und nordsyrisch-ostanatolischen Kulturkreisen, dem heutigen Irak, Syrien und der Türkei.

Das Glanzstück des Museums befindet sich in seiner Mittelachse: die weltberühmten Rekonstruktionen der riesigen, in leuchtenden Farben gehaltenen Prachtbauten Babylons mit der Prozessionsstraße, dem Ischtar-Tor und der Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II. aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Aus den glasierten, reliefierten Originalziegeln, die aus Zehntausenden Bruchstücken zusammengesetzt wurden, konnten Teile der Anlage in annähernd originaler Größe nachgebaut werden, so dass die Besucher sie durchwandeln können. Die dunkelblauen Wandflächen zieren Darstellungen von Löwen, Stieren und Drachen als Symbole der Hauptgottheiten Babylons. Im Babylon-Saal gibt das Modell des legendären Turms zu Babel, das Hauptheiligtum des Stadtgottes Marduk, eine genauere Vorstellung von diesem einflussreichen Bauwerk.

Das Vorderasiatische Museum kann überdies mit weiteren einzigartigen Werken altvorderasiatischer Monumentalarchitektur aufwarten. Die Rekonstruktionen einer mit farbigen Stiften aus gebranntem Ton geschmückten Hofseite des Eana-Heiligtums und einer durch Nischen gegliederten Tempelfassade mit Figurenschmuck, der in Backsteinrelieftechnik ausgeführt wurde, datieren aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. Sie wurden in der früheren mesopotamischen Stadt Uruk gefunden. Von dort stammen auch Grabungsstücke, die Aufschluss über die Anfänge der Schriftentwicklung im 4. Jahrtausend v. Chr. und über die Kunst und Kultur der Sumerer geben. Durch Tontafeln und Siegel, die die Sammlung beherbergt, ist die Verbreitung der Schrift im ganzen vorderasiatischen Raum belegt.

Überaus detailreich gearbeitete Reliefs aus Alabaster schmückten vor fast 3.000 Jahren den Palast von Kalchu, der zeitweiligen Hauptstadt Assyriens. Die Rekonstruktion eines neuassyrischen Palastraumes wird bestimmt durch die Abgüsse der gewaltigen Türhüter-Figuren in Gestalt von Fabelwesen. Welch meisterliche künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten die Assyrer im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. besaßen, zeigt zudem eine Vielzahl an Gefäßen, Schmuck, Geräten, Ton- und Steinreliefs, Fliesen und kleinplastischen Arbeiten, die aus unterschiedlichen Materialien gefertigt wurden.

Die Entstehung der Berliner Sammlung orientalischer Altertümer ist eng verbunden mit der Entwicklung der Assyriologie und den ersten Erfolgen des Sprachwissenschaftlers Georg Friedrich Grotefend bei der Entzifferung der Keilschrift. Beides förderte das allgemeine Interesse an den frühen Kulturen Babyloniens und Assyriens. Zusätzlich fand die Orientarchäologie mit der Gründung der Deutschen Orient-Gesellschaft ab 1898 wesentliche Unterstützung.

Im Jahre 1899, nach der spektakulären Entdeckung der farbigen Ziegel des Ischtar-Tores und der Prozessionsstraße von Babylon, wurde die "Vorderasiatische Abteilung" in Berlin gegründet. Vor allem die Funde deutscher Ausgrabungen zwischen 1888 und 1939 trugen zur herausragenden Qualität ihrer Sammlungen bei. Nachdem die Bestände anfänglich provisorisch im Kaiser Friedrich-Museum, dem heutigen Bode-Museum, untergebracht waren, zogen sie 1929 in den Südflügel des Pergamonmuseums um. Zu dessen Eröffnung im folgenden Jahr konnten schließlich die Besucher die weltberühmten Baudenkmale, die Prozessionsstraße und das Ischtar-Tor, bewundern und studieren.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die fest eingebauten Objekte auf Anraten des damaligen Direktors Walter Andrae nicht ausgelagert. Sie überstanden die Zeit fast ohne Verluste. Die beweglichen Objekte gelangten nach dem Krieg in die Sowjetunion. Von dort kehrten sie 1958 wieder zurück. Bereits 1953 war die in Berlin verbliebene Sammlung als "Vorderasiatisches Museum" im Pergamonmuseum eröffnet worden. Hier, auf der Museumsinsel Berlin, sind ihre Sammlungspräsentation und wechselnde Ausstellungen nach wie vor zu sehen.

Die Publikationen des Vorderasiatischen Museums finden Sie in der Bibliographie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Vorderasiatische Museum präsentiert seine einzigartigen Objekte im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin.

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Direktor: Prof. Dr. Markus Hilgert
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