BKM-Verbundvorhaben „ZEDIKUM – Zentrum für digitale Kulturgüter in Museen“

Das von Prof. Dr. Markus Hilgert initiierte und koordinierte „Zentrum für Digitale Kulturgüter in Museen“ (ZEDIKUM) an den Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist eine zentrale, interdisziplinäre Forschungs-, Infrastruktur-, und Serviceeinrichtung im Bereich der Digital Humanities für die archäologischen Forschungsmuseen auf der Berliner Museumsinsel (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Antikensammlung, Museum für Islamische Kunst, Museum für Vor-und Frühgeschichte, Vorderasiatisches Museum). Mit mehr als 1 Million archäologischen Objekten aus 500 Jahrtausenden zählt dieser weltweit einzigartige Sammlungsverbund zu den größten Kulturgutrepositorien der Menschheit.

Als zentraler Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Museumsinsel“ bieten die an ZEDIKUM beteiligten Museumsbauten (Altes Museum, Neues Museum, Pergamonmuseum) einen unvergleichlichen Raum für die Begegnung mit dem archäologischen Kulturgut der frühen Menschheitsgeschichte in seiner ganzen Bandbreite an. Daraus ergeben sich nicht nur hohe gesellschaftliche und kulturpolitische Verantwortlichkeiten, sondern auch besondere Anforderungen an die Dokumentation, kuratorische Betreuung, wissenschaftliche Erschließung sowie die barrierefreie museale Vermittlung dieser archäologischen Objekte. Dies gilt insbesondere für die andauernde Neukonzeption und Umgestaltung der Dauerausstellung im Pergamonmuseum, die frühestens 2025 abgeschlossen sein soll.

Vor diesem Hintergrund sind die übergreifenden Ziele von ZEDIKUM die nachhaltige öffentliche Bereitstellung von 3D-Objektdaten und die Entwicklung darauf aufbauender webbasierter Erschließungs- und Forschungswerkzeuge für die Gewinnung und Speicherung neuen Wissens im Bereich der objektbasierten, digitalen Kulturgutforschung sowie die Entwicklung von mobilen und web-basierten digitalen Endanwendungen zur Präsentation und Vermittlung der Forschung zu archäologischen Objekten im musealen Kontext. Dabei sollen auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Problemfeldern sowie unter Berücksichtigung empfohlener Best-Practice-Lösungen und definierter Standards für informationstechnische Umsetzungen konkrete Handlungsempfehlungen für den Aufbau dauerhaft nutzbarer Onlinerepositorien für 3D-Objektdaten insbesondere an archäologischen Museen abgeleitet werden. Angesichts der massiven Bedrohung archäologischer Kulturgüter auf der ganzen Welt will ZEDIKUM außerdem einen Beitrag zur Entwicklung mobiler, kostengünstiger 3D-Scanverfahren zum Einsatz in Krisensituationen leisten. ZEDIKUM wird aus Mitteln der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien finanziert.