Forschung

Das Vorderasiatische Museum nimmt aufgrund seines Bestandes an herausragenden Werken aus 6.000 Jahren Kulturgeschichte Mesopotamiens und seiner Nachbarregionen und als einziges großes Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum neben dem Musée du Louvre in Paris, dem British Museum in London und den großen Museen in den "Quellenländern" (Irak, Syrien und Türkei) eine Sonderstellung als eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Einrichtungen zu den Altorientalischen Hochkulturen ein.

Es versteht sich primär als kulturgeschichtliches Museum, da es seine ca. 250.000 Objekte umfassende Sammlung – überwiegend aus den Fundteilungen der großen deutschen Grabungen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts im Orient – im Kontext präsentiert. Gerade diese in ihrem Fundzusammenhang zu erforschenden Objekte bilden die Besonderheit der Sammlung, da sie aus der Region stammen, in der sich die menschliche Zivilisation herausgebildet hat, der "Wiege der Menschheit", deren Einflüsse auf das christliche Abendland deutlich erkennbar sind. Ergänzt durch Sammlungsbestände aus Palästina, Kleinasien, Urartu, West-Iran, Palmyra und Altsüdarabien (Jemen), stellt die Sammlung des Vorderasiatischen Museums ein einzigartiges Archiv der materiellen Kultur des Alten Orients in seiner Gesamtheit dar, wobei Mesopotamien den kulturgeschichtlichen Schwerpunkt bildet.

Hinzu kommt die Bedeutung des Vorderasiatischen Museums als Teil des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit, indem es Sachwalter nicht nur der materiellen, sondern auch der immateriellen Kultur des Alten Orients ist. Die über 25.000 Objekte umfassende Inschriftensammlung ist ein bedeutendes Forschungsgebiet, und das Vorderasiatische Museum nimmt entscheidenden Anteil an der Erschließung dieser Geschichte des Wissens, es ist eingebunden in die international organisierte philologische Forschung.

Aktuelle Projekte
Seit Anfang der 1990er-Jahre steht vor allem die keilschriftliche Sammlung des Vorderasiatischen Museums mit ihren mehr als 30.000 Tontafeln im Mittelpunkt der nationalen und internationalen Forschung. Zahlreiche Digitalisierungs- und Editionsvorhaben führen Wissenschaftler aus aller Welt nach Berlin. 2013 beginnt unter dem Namen „BABylo-tec“ ein neues Projekt, das die Gesamterfassung der keilschriftlichen Dokumente aus Babylon, die im Vorderasiatischen Museum aufbewahrt werden, und ihre Darstellung mittels einer wissenschaftlichen Datenbank zur Aufgabe hat. Darauf aufbauend soll ab 2015/16 ein weiteres Editionsprojekt folgen, das die erfassten Texte neu oder erstmals übersetzt und unter besonderer Berücksichtigung ihres historischen Kontextes für kulturhistorische Studien weltweit verfügbar macht.

Das Vorderasiatische Museum präsentiert seine einzigartigen Objekte im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel Berlin.

Informationen zu Adresse, Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Verkehrsverbindungen finden Sie hier.

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Direktor: Prof. Dr. Markus Hilgert
Stellvertretender Direktor: Dr. Lutz Martin a.i.