Über die Sammlung

Die Sammlung der Neuen Nationalgalerie vereint Meisterwerke der Kunst des 20. Jahrhunderts aus Europa und Nordamerika, etwa von Ferdinand Hodler, Edvard Munch, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Otto Dix, Paul Klee, Max Ernst, Salvador Dalí, Francis Bacon, Ernst Wilhelm Nay, Werner Tübke, Gerhard Richter und Andy Warhol. Zu den berühmtesten Werken der Neuen Nationalgalerie zählen "Potsdamer Platz" von Ernst Ludwig Kirchner, "Die Skatspieler" von Otto Dix oder "Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue IV" von Barnett Newman.

Nach durchgehender, über 40-jähriger Nutzung des Museums bedarf es einer umfassenden Sanierung. Mit dieser Aufgabe wurde 2012 der britische Architekt David Chipperfield betraut, der schon für die Instandsetzung des Neuen Museums verantwortlich zeichnete und auch das Besucherzentrum auf der Museumsinsel Berlin erbaut. Während der Sanierungsarbeiten wird die Neue Nationalgalerie ab 2015 für mehrere Jahre geschlossen sein. Die Obere Halle, der von Ludwig Mies van der Rohe geschaffene, lichtdurchflutete Universalraum, war Ausstellungen vorbehalten, die speziell für diesen besonderen Ort geschaffen wurden: zeitgenössische Projekte oder Künstler-Retrospektiven wie 1968 zu Piet Mondrian oder 2012 zu Gerhard Richter. Die Terrasse des Museums, durch einen Steinsockel über den Stadtverkehr erhoben, ist ein idealer Präsentationsort für Skulpturen. Bereits seit Eröffnung des Museums 1968 befinden sich dort zwei Arbeiten von Henry Moore, "Three Way Piece No. 2: Acher", und von Alexander Calder, "Têtes et Queue", und bilden mit ihren organischen Formen einen Gegenpol zur geometrischen Struktur des Baus. Heute stehen hier zahlreiche Skulpturen, darunter bedeutende Werke von George Rickey, Richard Serra und Thomas Schütte. Weitere plastische Arbeiten gehören zum Skulpturengarten, der vom Untergeschoss des Gebäudes aus einzusehen ist.

Die Sammlungsgeschichte der Neuen Nationalgalerie ist von der politischen Geschichte Deutschlands nicht zu trennen. Kaum ein Museum hat so viele Werke durch die Nationalsozialisten verloren wie die Nationalgalerie: Über 500 Werke der Sammlung wurden in den Jahren 1937 bis 1945 beschlagnahmt, verkauft oder gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Wiederaufbau des Bestandes nach 1945 folgte in beiden deutschen Staaten unterschiedlichen Wegen. Im Westen erwarb der Magistrat von Berlin für die "Galerie des 20. Jahrhunderts" zahlreiche Werke vor allem der klassischen Moderne, also jener Kunst, die von den Nationalsozialisten besonders beschlagnahmt worden war.

Der Gründungsdirektor der 1968 eröffneten Neuen Nationalgalerie, Werner Haftmann, war mit der schwierigen Aufgabe betraut, die im Westteil der Stadt verbliebenen oder dorthin zurückgekehrten Gemälde aus dem Bestand der Nationalgalerie mit der "Galerie des 20. Jahrhunderts" zu vereinen und durch weitere Neuerwerbungen zu bereichern. Durch Wechselausstellungen und Veranstaltungen in der Oberen Halle des neuen Museums etablierte er das Haus schnell als kulturelles Zentrum West-Berlins. Als zweiter Direktor widmete sich Dieter Honisch ab 1975 der Aufgabe, die Lücken der Sammlung zu schließen und den Bestand an die zeitgenössische Kunst heranzuführen. Er konzentrierte sich dabei auf internationale Bewegungen wie ZERO, Nouveau Réalisme, Arte povera und Farbfeldmalerei. Kapitale Ankäufe in seiner bis 1997 währenden Amtszeit waren unter anderem Arbeiten von Frank Stella, Ellsworth Kelly und Mark Rothko sowie Barnett Newmans letztes, spektakuläres Gemälde "Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue IV". Honisch war es auch, der 1977 den Verein der Freunde der Nationalgalerie neu gründete, der bis heute Ankäufe und zahlreiche Ausstellungen finanziert. Die Schenkung des Münchner Galeristen Otto van de Loo bereicherte das Haus 1992 mit Werken der wild-expressiven Malerei der Künstlergruppen Cobra und Spur.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die Häuser der Nationalgalerie gänzlich neu geordnet. Die Bestände des 19. Jahrhunderts im Westteil der Stadt, die ebenfalls in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt worden waren, gelangten zurück in das Stammhaus, das seitdem Alte Nationalgalerie heißt, auf der Museumsinsel Berlin. Für die Kunst nach 1960 wurde 1996 ein neuer Ausstellungsort erschlossen: der Hamburger Bahnhof. Die Neue Nationalgalerie erhielt Bestände aus der zuvor zu Ost-Berlin gehörigen Nationalgalerie, darunter zahlreiche Hauptwerke der klassischen Moderne. Seitdem gehört der Neuen Nationalgalerie Malerei des Expressionismus von Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Emil Nolde in beeindruckender Dichte an. Daneben vervollständigen die politische Kunst eines Otto Dix und George Grosz und die Arbeiten Max Beckmanns das Bild dieser vielschichtigen frühen Moderne in Deutschland, einer Zeit politischen und sozialen Umbruchs.

Mit der Sammlung von Kunst der DDR aus dem Ostteil der Stadt erhielt die Neue Nationalgalerie nach dem Mauerfall einen neuen Sammlungsbereich. Denn parallel zum Bemühen der Nationalgalerie (West), ihre Sammlung nach 1945 wiederaufzubauen, hatte die Nationalgalerie (Ost) durch ihre Ankaufspolitik vierzig Jahre lang Kunstproduktion in der DDR dokumentiert. Zu dieser Sammlung zählen Werke ihrer bekanntesten Vertreter wie Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer ebenso wie Arbeiten von Künstlern wie Harald Metzkes, Walter Libuda und Werner Stötzer. Kein anderes Museum in Deutschland kann einen derart qualitätvollen Bestand an Hauptwerken der künstlerischen Produktion im geteilten Deutschland sein Eigen nennen wie die Neue Nationalgalerie.

Die Publikationen der Nationalgalerie finden Sie in der Bibliographie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten ist die Neue Nationalgalerie seit 1. Januar 2015 für mehrere Jahre geschlossen.

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Direktor der Nationalgalerie: Udo Kittelmann
Leiter der Neuen Nationalgalerie: Dr. Joachim Jäger

Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten ist die Neue Nationalgalerie ab 1. Januar 2015 für mehrere Jahre geschlossen.