James-Simon-Galerie

Mit der Namensgebung für ihr neues Eingangsgebäude ehren die Staatlichen Museen zu Berlin ihren bedeutendsten Mäzen: James Simon (1851–1932). Der Textilkaufmann aus einer jüdischen Berliner Familie ist mit seiner großzügigen Förderung von Kunst, Wissenschaft und Gemeinwohl bis heute ein strahlendes Vorbild für modernes Bürgerengagement. Die James-Simon-Galerie ist das zukünftige Besucherzentrum der Museumsinsel. Hier wird jeder Gast, ob individuell, in der Reisegruppe oder mit der Schulklasse, seinen persönlichen Service finden: Tickets zu allen Häusern, Informationen, ein Café und den Museumsshop. Von hier aus werden Pergamonmuseum, Neues Museum und die Archäologische Promenade bis hin zum Bode-Museum zugänglich sein. Mit seinem Auditorium und der Sonderausstellungshalle wird das Eingangsgebäude zum Ort der Kommunikation und der Reflexion über das UNESCO-Welterbe Museumsinsel Berlin.  

Auf 1.200 Pfählen im Kolk

Bauen auf der Spreeinsel war schon immer schwierig, denn Berlin ist auf Sand gebaut und die Museen zwischen Spree und Kupfergraben zum Teil sogar auf Schlamm. Grund dafür ist die letzte Eiszeit, die vor 18.000 Jahren zu Ende ging. Das Schmelzwasser der Gletscher formte eine Abflussrinne, die heute Berliner Urstromtal genannt wird. Neben dem hohen Grundwasserspiegel bereitete eine mit Schlamm gefüllte Auswaschung (der Kolk) den Baufachleuten schon immer die größten Probleme. Die ersten Bauten der Museumsinsel errichtete man daher auf Holzpfählen, die durch den Schlamm hindurch in festere Erdschichten gebohrt wurden.  

An der Baustelle der James-Simon-Galerie ist der Kolk 40 Meter tief. Auf mehr als 1.200 Stahlpfählen mit bis zu 50 Meter Länge wurde unter Wasser eine Betonsohle aufgebracht und von Tauchern mit den Pfählen verbunden. Diese aufwändige Konstruktion wird das Gebäude tragen, das zwischen den Spundwänden der trockengelegten Baugrube entsteht: Die James-Simon-Galerie.  

Vom Packhof zur Museumsinsel

Im Jahr1749 ließ König Friedrich II. von Preußen auf der Spreeinsel, dort wo jetzt das Eingangsgebäude zur Museumsinsel entsteht, den »Neuen« Packhof einrichten. Dafür stellte er seine ehemalige Orangerie zur Verfügung. Auf der Spreeinsel befand  sich zu dieser Zeit noch keine Museumslandschaft, sondern ein Hafen, ein Steueramt, ein Umschlagplatz für Waren aller Art. Die Geschäfte gingen  gut, und 1829 erweiterte der Architekt und Stadtplaner Karl Friedrich Schinkel den Packhof bis hin zum Kupfergraben.   Doch die Tage des Packhofs waren bereits gezählt. Nur wenig später sollten die Bauten einem neuen Projekt weichen – der Museumsinsel. Als letztes Gebäude der Packhof-Ära wurde das ursprüngliche Wohnhaus des Generalsteuerdirektors, später Sitz des Generaldirektors der Museen, 1938 wegen Einsturzgefahr abgerissen. Mit seinem neuen Eingangsgebäude für die Museumsinsel möchte der Architekt David Chipperfield an den Packhof von Schinkel erinnern.

Flanieren durch die Weltkulturen

Die Archäologische Promenade wird künftig die James-Simon-Galerie mit vier Museen verbinden, die wie Solitäre auf der Museumsinsel stehen. Der Besucher wird durch eine Vielzahl von  Kulturen flanieren: von Ägypten über Mesopotamien, Rom, Griechenland, die Welt des Islam und das europäische Mittelalter bis hin zu Renaissance und Aufklärung. Vor ihm entfalten sich zwischen Orient und Okzident, zwischen Byzanz und Babylon die großen Menschheitsthemen – Gott und Götter, Zeit und Geschichte, Hütten und Paläste, das Jenseits. Ein Konzept, das schon die Gründerväter der Museen angestrebt hatten und das in der neuen Museumsinsel seine Vollendung findet.

www.masterplan-museumsinsel.de

James-Simon-Galerie auf der Website der Stiftung Preußischer Kulturbesitz